Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2011

13:19 Uhr

Kredite

Deutsche Dexia-Tochter in großer Not

Die deutsche Tochterbank der französisch-belgischen Dexia-Gruppe steckt laut Medienberichten in einer schweren Krise. Grund sind milliardenschwere Kredite an Schuldenstaaten. Eine Zerschlagung wird derzeit diskutiert.

Dexia-Zentralsitz in Belgien. dpa

Dexia-Zentralsitz in Belgien.

Hamburg/BrüsselDie Dexia Kommunalbank Deutschland steckt einem Medienbericht zufolge in einer schweren Krise. Die Tochter der französisch-belgischen Dexia-Gruppe habe staatlichen Stellen in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien 5,4 Milliarden Euro geliehen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Bank sei damit im Verhältnis zu ihrem Eigenkapital große Risiken eingegangen.

Daher habe die Finanzaufsicht BaFin die Mutter Dexia Crédit Local 2010 und 2011 zu zwei Eigenkapitalerhöhungen in Deutschland gezwungen. Zudem hätten die Franzosen Patronatserklärungen für die Forderungen in Griechenland von 1,2 Milliarden Euro und für die Liquiditätsversorgung der Tochter abgeben müssen.

Liquiditätsprobleme von Dexia Crédit Local hatten in der vergangenen Woche den ganzen Dexia-Konzern in Schwierigkeiten gebracht. Der Vorstand tritt am Sonntag in Brüssel zu Beratungen über eine Zerschlagung des Finanzinstituts zusammen.

Auch die Regierungen von Frankreich, Belgien und Luxemburg einigten sich am Sonntag auf einen Zukunftsplan für das Unternehmen und leiteten ihren Vorschlag an dessen Vorstand weiter, der am Nachmittag in Brüssel zu einer Krisensitzung zusammengetreten ist.

„Wir sind bereit, die letzte Wegstrecke der Verhandlungen zu betreten“, sagte der belgische Ministerpräsident Yves Leterme vor dem Krisentreffen der Zeitung „La Capitale“ zufolge. Frankreich und Belgien haben erklärt, sie würden die Kontoinhaber der Bank schützen. Beide Staaten sind bereits seit der Finanzkrise 2008 Miteigentümer der Bank.

Dexia gehört nach einer Rettungsaktion im Jahr 2008 zu 17,6 Prozent dem französischen Staatsfonds CDC. Weitere jeweils 5,7 Prozent werden von Belgien und Frankreich direkt gehalten, dazu kommen 5,7 Prozent im Besitz der belgischen Regionen.

Die Dexia-Aktie stürzte vergangene Woche wegen eines befürchteten Bankrotts ab. Frankreich und Belgien garantierten Anlegern daraufhin ihre Guthaben bei der Bank. Das Problem ist besonders für Belgien erheblich, weil es von der Ratingagentur Moody's bereits auf seine Tagesordnung gesetzt hat, um eine mögliche Abstufung der belgischen Kreditwürdigkeit zu prüfen. Auch in Italien und Spanien ist die Bank aktiv.

Von

dapd

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.10.2011, 13:02 Uhr

Lasst sie pleite gehen!

Hier werden waghalsige Geschäfte getätigt, in der sicheren Überzeugung, dass der Steuerzahler im Falle des GAU ja einspringt und zahlt.

Hier muss einfach mal ein Exempel statuiert werden.

Anonym

09.10.2011, 13:11 Uhr

P l e i t e g e h e n l a s s e n ! ! !

Fat_Bob_ger

09.10.2011, 14:21 Uhr

Danke für die populistischen Tipps. Niemand, auch ich ist nicht begeistert, wenn Banken gestüzt werden müssen.

ABER:
In unserem Bankensystem gab es für große Geldbeträge NUR die Möglichkeit in Staatsanleihen zu investieren. Das haben die Institute tun müssen, weil nur bei Staatsanleihen kein Eigenkapital unterlegt werden musste. Andere Geldanlagen wären gar nicht möglich gewesen, ohne Erhöhung des EK oder Kündigung von Krediten. Gleiches gilt für die Commerzbank, die wegen der staatl. Beteiligungen auch ihr Griechenlandportfolio nicht bei der EZB abladen durfte. Fazit: Wir haben keine Krise wegen Zockerei, sondern wegen unfinanzierbarer Staatsschulden, die die EU den Ländern sehenden Auges erlaubt hat und die im EU Regelwerk nicht vorgesehen waren. Wo glaubt ihr, legen Versicherungen ihre Gelder der Versicherten an, wenn sie momentan nicht mal 7% in Aktien halten?

EXEMPEL:
Zum Glück für uns alle, wird hier kein sinnloses Exempel statuiert, dass dann unmittelbar zu einem Bankrun in Spanien, Portugal, Griechenland und u. U. Italien und dann Frankreich führen würde. Der Lehmancrash (=Exempel) wäre in diesem Zusammenhang nur eine kleine Korrektur. Eine Restrukturierung der Spareinlagen in Europa nach einem Bankrun würde jedem Sparer mindestens 20% der Einlagen kosten, den Euro für die nächsten 50 Jahre als Chaoswährung abstempeln und ....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×