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02.02.2009

12:52 Uhr

Kreditgeschäft

Kommunen locken Banken an

VonYasmin Osman

Höhere Margen und die Aussicht auf Zusatzgeschäfte locken Banken wieder verstärkt ins Kreditgeschäft mit deutschen Städten und Kommunen. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Hypo-Vereinsbank kündigten an, mehr Kredite an Städte und Gemeinden vergeben zu wollen.

Die Deutsche Bank will mit den Ländern und Kommunen stärker ins Geschäft kommen. Foto: Archiv

Die Deutsche Bank will mit den Ländern und Kommunen stärker ins Geschäft kommen. Foto: Archiv

FRANKFURT. Deutsche Bank und die Unicredit-Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) bestätigten gegenüber dem Handelsblatt, dass sie in dem Bereich wachsen wollen. Zwar haben sich die Kreditkosten für Kommunen seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers deutlich erhöht, doch der Zugang zu Krediten hat sich wieder verbessert.

Der krisenbedingte Rückzug vieler Hypothekenbanken und auch Landesbanken hatte die Finanzmittel für Bundesländer und Kommunen in den vergangenen Monaten verknappt. So schrumpfte das Kreditvolumen von Hypothekenbanken an Kommunen von Ende 2007 bis November 2008 um elf Prozent, wie aus Bundesbankstatistiken hervorgeht. Der Marktanteil der Spezialfinanzierer liegt bei rund einem Fünftel des 160 Mrd. Euro großen Markts. Das hat die Kreditkosten der Gemeinden erhöht – und so das traditionell margenarme Geschäft für Banken wieder attraktiver für andere gemacht.

Folglich füllen andere Geldhäuser die Lücke der klassischen Kommunalfinanzierer auf. „Die Zahl der Konkurrenten ist geringer geworden, daher werden wir deutlich an Neukunden gewinnen“, sagt Klaus Greger, Bereichsvorstand Mittelstand und Öffentliche Kunden der HVB, dem Handelsblatt. Er rechnet mit einem hohen einstelligen Wachstum in den nächsten beiden Jahren. „Wir werden sicherlich davon profitieren, dass in nächster Zeit - auch durch das Konjunkturpaket II - mehr Investitionen auf kommunaler Ebene getätigt werden“, meint Greger.

Auch die Deutsche Bank erkennt offenbar ihre Chance – und ist nach Angaben von Kämmerern aktiver als früher. Das betrifft aber vor allem kurzfristige Darlehen, da sich das Institut nicht günstig über Pfandbriefe refinanzieren kann. Bislang, heißt es in der Branche, hatte die Großbank diesen Geschäftszweig eher stiefmütterlich behandelt. Die Deutsche Bank bestätigte, dass sie mit Ländern und Kommunen stärker ins Geschäft kommen will. „Wir wollen im Inland weiter wachsen“, sagt Jens Michael Otte, Leiter Öffentlicher Sektor Deutschland der Deutschen Bank. „Wir sind 2008 im öffentlichen Sektor stark gewachsen“, sagt Otte. Vor allem bei Kommunen, Stadtwerken und Krankenhäusern gebe es eine steigende Nachfrage. Erste Kommunen spüren die Entspannung in dem Segment. „Es gibt wieder mehr Anbieter im Markt, teilweise sind das Rückkehrer, teilweise sind das Banken, die sich vorher nicht so stark in diesem Markt bewegt haben“, sagt Jürgen Schönhoff, Leiter des Vermögensmanagements der Stadt Wuppertal. So günstig wie vor der Krise seien die Kredite aber nicht mehr.

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