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09.09.2016

14:42 Uhr

Kreditkarten

Milliarden-Schadenersatzklage gegen Mastercard

Jahrelang soll Mastercard in Großbritannien von Kunden überhöhte Gebühren kassiert haben. Nun sieht sich der Kreditkartenanbieter mit der größten Schadenersatzklage in der Geschichte des Landes konfrontiert.

Millionen Verbraucher könnten Ansprüche auf Entschädigung haben, sollte einer Klage stattgegeben werden. Reuters

Mastercard

Millionen Verbraucher könnten Ansprüche auf Entschädigung haben, sollte einer Klage stattgegeben werden.

London/FrankfurtDer Kreditkarten-Konzern Mastercard ist in Großbritannien auf eine Rekordsumme von 16,5 Milliarden Euro (14 Mrd Pfund) Schadenersatz verklagt worden. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, über Jahre durch überhöhte Gebühren die Preise für Verbraucher in die Höhe getrieben zu haben.

Das teilte die US-Großkanzlei Quinn Emanuel am Donnerstag (Ortszeit) mit. Sie vertritt nach eigener Aussage 46 Millionen britische Verbraucher. Möglich ist die Sammelklage aufgrund eines neuen Verbraucherschutzgesetzes, das 2015 verabschiedet wurde.

Es handelt sich nach Angaben von Quinn Emanuel um die höchste Schadenersatz-Forderung in der Geschichte des Vereinigten Königreichs und das erste Mal, dass eine Forderung im Namen aller britischen Verbraucher gestellt wird. Zunächst hatte die Kanzlei, die ihre Klage gegen Mastercard auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu Gebühren für länderübergreifende Zahlungsvorgänge stützt, sogar 19 Milliarden Pfund gefordert.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

Konkret geht es um sogenannte inländische Interbanken-Entgelte. Das sind Gebühren, die eine Bank erhebt, wenn eine Zahlung mit einer ihrer Kreditkarten getätigt wird. Zahlen muss dafür nicht der Verbraucher, sondern die Bank des Händlers, der die Zahlung erhält.

Quinn Emanuel argumentiert, diese Gebühren seien von den Banken zunächst an die Händler und dann in Form höherer Preise an die Verbraucher weitergegeben worden. Daher seien auch solche betroffen, die keine Kunden von Mastercard sind oder mit Bargeld bezahlt haben.

Mastercard kündigte an, sich gegen die Vorwürfe „energisch“ zur Wehr zu setzen. Zuerst wolle man aber die 600-seitige Klageschrift prüfen. Das zuständige Gericht wollte deren Eingang zunächst nicht bestätigen. Quinn Emanuel zufolge könnte es Mitte 2018 zu einem Prozess kommen - es sei denn, Mastercard würde sich auf einen Vergleich einlassen.

Dass deutsche Verbraucher in ähnlicher Weise von den überhöhten Mastercard-Gebühren betroffen sind wie die britischen, hält Quinn-Emanuel-Partner Boris Bronfentrinker für „sehr wahrscheinlich“. Doch in Deutschland wäre eine vergleichbare Klage ohne die Zustimmung der Betroffenen derzeit nicht möglich, wie Christoph Schalast von der Frankfurt School of Finance and Management erklärte. „Bei uns ist es notwendig, dass man eine Vollmacht hat“, sagte er. Auch der Anspruch, der indirekt über die erhöhten Verbraucherpreise gestellt wird, sei in Deutschland „sehr viel schwieriger“ abzuleiten.

Doch dass es auch in Deutschland in der Sache zu Klagen kommt, ist zumindest nicht ausgeschlossen - wenn auch nicht im Namen der Verbraucher. Das legt zumindest ein Bericht des Bundeskartellamts nahe. Es hatte im Juni 2015 ein Verfahren gegen Mastercard wegen der Interbankenentgelte eingestellt. Grund war eine EU-Verordnung, die die Gebühren auf maximal 0,3 Prozent des Kartenumsatzes begrenzt.

Für die Wettbewerbshüter zählt nun der Blick nach vorn. In dem Bericht heißt es aber: „Die Einstellung des Verwaltungsverfahrens hindert betroffene Händler nicht, auf dem Zivilrechtsweg gegen Interbankenentgelte auch mit Wirkung für die Vergangenheit vorzugehen.“ Ein Mastercard-Sprecher ließ die Frage nach weiteren Klagen in anderen EU-Ländern zunächst unbeantwortet.

Von

dpa

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