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27.02.2012

18:40 Uhr

Kreditklemme verhindert

EZB versorgt Banken mit Geld

Die Sorge vor einer Kreditklemme in der Euro-Zone lässt nach: Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen ist im Januar nur leicht zurückgegangen. Die EZB will nachlegen und den Banken erneut Geld für drei Jahre leihen.

Das erleuchtete Bankenviertel in Frankfurt/Main. dpa

Das erleuchtete Bankenviertel in Frankfurt/Main.

FrankfurtDie befürchtete Kreditklemme in der Euro-Zone ist bislang ausgeblieben. Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen lag im Januar lediglich um eine Milliarde Euro unter dem Vormonatswert, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Im Dezember gab es noch einen Rekordeinbruch um 35 Milliarden Euro. Private Haushalte erhielten zu Jahresbeginn sogar mehr Darlehen. Experten führen die Entspannung auf die Europäische Zentralbank (EZB) zurück, die die Banken mit billigem Geld überschüttet hat.

Die Institute erhielten im Dezember fast eine halbe Billion Euro für bis zu drei Jahre zu Niedrigzinsen - in der Hoffnung, dass sie einen Teil davon an Unternehmens- und Privatkunden weiterreichen. Obwohl die Rechnung zumindest teilweise aufgegangen ist, warnen Experten vor zu viel Optimismus. „Die Gefahr einer Kreditklemme ist noch nicht gebannt“, sagte ING-Analyst Carsten Breszki. Die Geldflut habe zwar die Stimmung gehoben - ablesbar etwa an steigenden Aktienkursen und den sinkenden Zinsen für Staatsanleihen aus Krisenländern wie Italien. „Die Auswirkungen auf die Konjunktur bleiben aber begrenzt“, sagte Breszki.

Die EZB will an diesem Mittwoch nachlegen und den Banken erneut so viel Geld für drei Jahre leihen wie sie wollen. Von Reuters befragte Händler von Kreditinstituten der Euro-Zone gehen davon aus, dass die Banken 500 Milliarden Euro abrufen werden - elf Milliarden Euro mehr als bei der ersten Aktion im Dezember. Mitte Januar war lediglich eine Nachfrage von 263 Milliarden Euro prognostiziert worden. „Das wird als letzte Gelegenheit gesehen, sich Liquidität über drei Jahre zu beschaffen“, sagte ein Geldhändler. Alle Experten gehen davon aus, dass die EZB nicht noch einmal für einen so langen Zeitraum billiges Geld bereitstellt. Der Zins orientiert sich am Leitzins, der auf dem Rekordtief von einem Prozent liegt. Nach den Worten von EZB-Chef Mario Draghi wurde bereits mit der ersten Aktion eine „große, große Kreditklemme“ verhindert.

Die Banken horten viel Geld, weil sie bei einer Eskalation der Schuldenkrise - etwa durch eine Staatspleite von Griechenland - viel Geld verlieren würden. Auch müssen sie künftig mehr Eigenkapital vorhalten.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

27.02.2012, 22:42 Uhr

Beim letzten 3-Jahrestender ging über die Hälfte für die Ablösung älterer Verbindlichkeiten drauf! Man darf daher getrost annehmen, dass die Banken ohne den letzten Tender Pleite gegangen wären.

Nun ist kaum Zeit vergangen und schon wieder wird Geld gebraucht, vermutlich sogar deutlich mehr als zuvor.

Man braucht glaub nicht lange zu überlegen was uns dann in 3 Jahren erwartet wenn 1 Billionen Euro plötzlich fällig werden. Der nächste Tender?

Account gelöscht!

27.02.2012, 23:07 Uhr

Love me tender,
love me sweet,
never let me go.
You have made my life complete,
and I love you so.

Love me tender,
love me true,
all my dreams fulfilled.
For my darlin' I love you,
and I always will.

Love me tender,
love me long,
take me to your heart.
For it's there that I belong,
and we'll never part.

Love me tender,
love me dear,
tell me you are mine.
I'll be yours through all the years,
till the end of time
love me tender love me true
all my dreams fulfill for my darling i love you ----and i always will

Hermann

28.02.2012, 09:12 Uhr

Draghi und die EZB zerstören die Fundamente unserer Wirtschaft, indem sie reales Sparkapital zerstören: Erstens wird Sparkapital in grossem Umfang verschwendet, denn genau dies machen die Staaten, wenn sie auf Kredit Beamtengehälter und Renten finanzieren. Und zweitens: Wer soll jetzt noch sparen bei Zinserträgen von 1 Prozent und einer Inflationsrate von je nach EU-Land 3 bis 10%?

In spätestens drei Jahren, wahrscheinlich schon eher, kommt das böse Erwachen. Und dann wird alles noch viel schlimmer, als wenn man die fundamentalen Probleme beizeiten angegangen wäre.

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