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27.10.2014

12:22 Uhr

Kreditvergabe

Europäische Banken lassen Firmen verhungern

Banken in der Eurozone vergeben immer weniger Kredite an Unternehmen und Privathaushalte – trotz erster Geldspritzen der EZB. Die Firmen können nun aber auf die positive Wirkung des Stresstests hoffen.

Der Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Der Kreditfluss ist unterbrochen. dpa

Bankenstadt Frankfurt

Der Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Der Kreditfluss ist unterbrochen.

FrankfurtDie Kreditvergabe der Banken in der Eurozone ist im September abermals gesunken. Insgesamt vergaben die Finanzhäuser 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit diesem Rückgang von 1,3 Prozent gerechnet. Im August hatte das Minus noch bei 1,5 Prozent gelegen.

Die EZB hat inzwischen mit umfangreichen Maßnahmen auf den immer geringeren Kreditfluss reagiert. Die erste große Geldspritze an die Banken zum Ankurbeln der Kreditvergabe stieß im September allerdings auf weniger Interesse als erhofft. Eine zweite Salve soll im Dezember folgen.

Die Notenbanker hoffen zudem, dass die Banken nach dem europaweiten Stresstest für die Branche mehr Kredite vergeben. Bei dem Test waren 25 der von den Aufsehern untersuchten Banken durchgefallen. Die gefundenen Kapitallöcher sind allerdings zum Teil bereits gestopft.

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Keine Angst vor dem „big bang“: Kreditinstitute und Zentralbank haben sich für den kommenden Stresstest auf einige Maßnahmen geeinigt. Die Banken sollen vor Veröffentlichung die Stresstest-Ergebnisse erhalten.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag im September bei 2,5 Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juli bis September) erhöhte sich M3 um 2,1 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr. Von diesem Szenario ist die Euro-Zone derzeit allerdings meilenweit entfernt.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Tom Schmidt

27.10.2014, 13:29 Uhr

Man könnte solchen Meldungen viel mehr Glauben schenken, wenn die Unternehmen eine mangelnde Kreditvergabe beklagen würden. So kann es einfach daran liegen, dass die Realwirtschaft inzwischen mit Geld versorgt ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man bei einem guten Geschäftsmodell kein Geld von Banken bekommen würde. Wenn dann Banken einer bestimmten Region nicht wollen, dann gibt es in Europa eigentlich genügend davon.

Das das Finanzsystem darüber meckert, dass es selbst nicht genügend Kredite vergibt, weist eher auf eine Schieflage eben dieses Finanzsystems hin.

Herr Hannes Niesslbeck

27.10.2014, 18:26 Uhr

Die EZB hat ihr Pulver weitgehend verschossen. Der Stresstest ändert an der Situation in Europa gar nichts.

Dass die Banken keine Kredite vergeben liegt zu aller erst daran, dass sie nicht nachgefragt werden und das hat einfache Gründe. Die einen Unternehmen schwimmen im Geld und brauchen einfach keine Kredite und die anderen haben ihre Produktion nicht ausgelastet, wozu sollen sie also investieren?

Den Elefanten im Raum spricht niemand an, die fehlende Nachfrage!

Herr Helmut Hoff

27.10.2014, 22:53 Uhr

Wer einen Kredit aufnimmt stellt sich selbst eine gute Erfolgsprognose für die nächsten 5 oder 10 Jahre.
Glaubt irgend ein Leser dass man ausgehend von der aktuellen Situation mit Verstand eine solche Prognose mit großer Wahrscheinlichkeit stellen kann?
Ich nicht. Nicht in D und nicht in Europa.

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