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03.03.2006

10:30 Uhr

Kreditwirtschaft

Berliner Bank ist begehrt

VonFrank Matthias Drost

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) in Potsdam darf weiter für die Berliner Bank mitbieten. Für die Tochter der Bankgesellschaft Berlin steht die Kreditwirtschaft Schlange. Neben der MBS sind noch sechs weitere Bieter im Rennen.

BERLIN. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) in Potsdam ist einer der sieben übrig gebliebenen Bieter für die Berliner Bank. „Wir gehören noch dazu“, sagte MBS-Vorstandschef Walter Schubert bei Vorlage der Jahreszahlen in Berlin. Schubert hat für die Finanzierung des Kaufs Zusagen von Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe erhalten, die sich mit stillen Einlagen oder Genusskapital beteiligen wollen. Dazu gehörten Versicherungen und Versorgungswerke, sagte Schubert. Auch aus Baden-Württemberg sei ihm finanzielle Hilfe angeboten worden.

Für die Tochter der Bankgesellschaft Berlin steht die Kreditwirtschaft Schlange. Der Preis soll sich dem Vernehmen nach zwischen 400 Mill. Euro und 500 Mill. Euro bewegen. Der Verkauf der Berliner Bank gehört zu den Auflagen, die die Brüsseler EU-Kommission der Bankgesellschaft auferlegte. Im Gegenzug gab es grünes Licht für milliardenschwere Beihilfen des Landes Berlin, das an dem Institut rund 81 Prozent der Anteile hält. Voraussichtlich im Juni soll der Verkaufsprozess abgeschlossen sein. Anfangs hatten sich 22 Interessenten für die Berliner Bank gemeldet. Mittlerweile hat der Konzernvorstand die Zahl der Konkurrenten auf sieben verringert. Kürzlich berichteten die HSH Nordbank und die Hamburger Sparkasse, dass sie nicht mehr zu den Bietern zählen. Neben der MBS befindet sich noch die Volksbank Berlin im Rennen, die von ihrem Verband unterstützt wird. Aus dem deutschen privaten Bankenlager sind auf jeden Fall noch die Hypo-Vereinsbank sowie die Commerzbank im Rennen. Unter den ausländischen Interessenten soll sich noch ABN Amro befinden. Über die beiden weiteren Bieter besteht Unklarheit.

„Wir werden uns massiv anstrengen, um die Berliner Bank zu erwerben“, kündigte Schubert an. Eine Arbeitsplatzgarantie für die 1 200 Mitarbeiter sei selbstverständlich, da die Sparkasse im Gegensatz zu den meisten Bewerbern nicht in Berlin vertreten sei. Angestrebt werde eine „Zwei-Marken-Strategie“. Die MBS habe ein Konzept vorgelegt, das „auch für die Politik“ interessant sei, so der Vorstandschef. Auf die Frage, wo denn seine Schmergrenze beim Preis liege, antwortete Schubert, nach 15 Jahren Tätigkeit in Potsdam sei er „schmerzunempfindlich“ geworden. Der mit einer gesunden Portion Humor ausgestattete Schubert hat die MBS zu einer der ertragreichsten Sparkassen in Deutschland entwickelt. Sowohl was das Eigenkapital als auch die Reserven angeht, gilt die MBS als gut gepolstert. Mit einer Bilanzsumme von 7,7 Mrd. Euro ist die MBS die drittgrößte Sparkasse in den neuen Ländern.

Die Berliner Bank betreibt im Raum Berlin 60 Zweigstellen. Betreut werden 14 000 Firmen- und 318 000 Privatkunden. Die Kreditportfolios belaufen sich auf 3,7 Mrd. Euro, die Einlagenvolumina auf 4,6 Mrd. Euro.

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