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19.01.2011

21:46 Uhr

Kreditwirtschaft denkt um

Frauen in den Vorstand

VonFrank Matthias Drost

In den Topetagen der Banken geben die Männer immer noch den Ton an. Das will die Kreditwirtschaft nun ändern und setzt mehr Anreize, um Frauen den Weg in die Vorstandsetagen zu ebnen. Von verbindlichen Quoten halten jedoch die Verantwortlichen allerdings nichts. Stattdessen sollen Mentorenprogramme helfen.

Frankfurter Finanzviertel: Die Frauenquote in Spitzengremien der 100 größten Banken und Sparkassen liegt bei 2,9 Prozent. Quelle: ap

Frankfurter Finanzviertel: Die Frauenquote in Spitzengremien der 100 größten Banken und Sparkassen liegt bei 2,9 Prozent.

BERLIN. In der Idylle der Pfälzer Gemeinde Kusel hat Bianca Ehlers Karriere gemacht. Sie hat geschafft, wovon viele Frauen bislang nur träumen können. Sie ist in den Vorstand einer Bank, der rheinland-pfälzischen Kreissparkasse Kusel, aufgerückt. Mit 33 Jahren ist die gebürtige Hannoveranerin das jüngste Vorstandsmitglied einer Sparkasse in der Bundesrepublik.

Damit ist sie eine Ausnahmeerscheinung. Denn der Anteil der weiblichen Vorstände in den Vorstandsetagen der 430 Sparkassen liegt bei mageren vier Prozent. Im Zahlen: Derzeit gibt es 45 weibliche Vorstandsmitglieder, von denen 13 Vorstandschefin sind. Dabei sind fast zwei von drei Beschäftigten der Sparkassen weiblich.

Das sei noch ein zu geringer Anteil, räumt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Heinrich Haasis, ein. Er setze sich für mehr weibliche Vorstände in den Sparkassen ein, sagte er dem Handelsblatt. Andererseits kann sich Haasis nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass relativ gesehen der Frauenanteil wiederum hoch sei, höher jedenfalls als bei der Konkurrenz und als in der gesamten Wirtschaft.

Das bestätigt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Bei den derzeit rund 1 160 Volks- und Raiffeisenbanken sind derzeit zwei Prozent der Vorstände weiblich. Das sind 47 Frauen. Jüngst verkündete die Frankfurter Volksbank, dass eine Frau, Eva Wunsch-Weber, 2012 an die Spitze des Instituts rückt - das ist eine Premiere bei den Genossenschaftsbanken.

Der private Bankenverband hält keine eigenen Zahlen vor. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) liegt Quote in den 100 größten Banken und Sparkassen bei 2,9 Prozent. Der Frauenanteil in Spitzengremien habe sich damit im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert, stellen die Forscher fest.

Kommentare (2)

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Seneca

20.01.2011, 00:31 Uhr

Leider wurde mir nicht wirklich klar warum denn nun mehr Frauen in die Vorstände sollen. Auf der anderen Seite wissen wir natürlich alle seit Frau Thatcher um die besonderen Führungsqualitäten von Frauen und das wäre vielleicht für das ein oder andere Gremium nicht schlecht.

Manfred Harry

20.01.2011, 00:34 Uhr

Ein Mehrwert ist es ohne Frage. Wenn Lehman brothers unter einem anderen Namen gegründet worden wäre, Lehman Sisters z.b., der Welt wäre viel erspart geblieben. Die Kerle waren keine banker sondern Gambler. Frauen sind anders gestrickt.

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