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27.09.2012

01:40 Uhr

Kreditwürdigkeit

HSH Nordbank droht die Moody's-Keule

Erst hatte sich die HSH Nordbank in der Finanzkrise verspekuliert. Die letzten Staatshilfen ihrer Rettung hat sie im Juli zurückgezahlt. Dann holte die Schifffahrtskrise sie ein. Nun steht ihre Bonität auf der Kippe.

Der Haupteingang der HSH Nordbank in Hamburg. dpa

Der Haupteingang der HSH Nordbank in Hamburg.

FrankfurtDie Ratingagentur Moody's droht mit einer Herabstufung der HSH Nordbank. Die Agentur prüfe eine Senkung des Langfrist-Ratings der Landesbank, teilte Moody's am Mittwochabend mit. Das Einzelrating der Hamburger Bank, bei dem die Unterstützung durch ihre Eigentümer ausgeblendet wird, setzte die Agentur bereits auf E+/b3 nach unten.

Die Bonitätswächter begründeten den Schritt mit den Zahlen der Bank für das erste Halbjahr, die eine Verschlechterung der operativen Entwicklung zeigten. Es bestehe nun eine gewisse Unsicherheit, ob das Geldhaus in der Lage sein werde, sein Geschäftsmodell wie von der EU-Kommission verlangt bis 2014 zu restrukturieren. Die HSH sieht nach der Moody's-Ankündigung Klärungsbedarf und will nun das Gespräch mit der Ratingagentur suchen.

Die Bank, die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, hat wegen der Schifffahrtskrise im zweiten Quartal einen Vorsteuerverlust erlitten und rechnet auch in den kommenden Monaten mit Gegenwind. Ende August kündigte sie deshalb an, zusätzliche Maßnahmen zu prüfen, um das Risikopotenzial zu senken und dauerhaft angemessene Kapitalquoten zu sichern.

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Über die Ergebnisse dieser Prüfung und die aktuelle Geschäftsentwicklung wolle das Geldhaus mit Moody's sprechen, erklärte das Institut am Mittwoch. "Die HSH Nordbank wird den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und ist trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zuversichtlich, ihr Geschäftsmodell der Bank für Unternehmer nachhaltig zum Erfolg führen zu können."

Die HSH hatte sich in der Finanzkrise mit Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und wurde vom Staat mit Milliarden vor dem Aus gerettet. Die letzen Hilfen des Bankenrettungsfonds SoFFin hat die Bank im Juli zurückgezahlt.

Von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein hat die HSH jedoch noch eine sogenannte Zweitverlustgarantie über sieben Milliarden Euro. Die Länder springen mit diesem Betrag ein, wenn die Bank in einem bestimmten Kredit- und Wertpapierportfolio Verluste einfährt, die über den vereinbarten Selbstbehalt der Bank von 3,2 Milliarden Euro hinausgehen.

Von

rtr

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