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29.06.2012

11:50 Uhr

Krisen-Vorsorge

Weltgrößte Banken verfassen Testamente

Noch in dieser Woche müssen die weltgrößten Banken der US-Regierung einen Plan vorstellen, wie sie einen möglichen Kollaps überstehen wollen. Kritiker halten das für Blödsinn und sehen ein Vorgehen „voller Probleme“.

Die Banken müssen ihre Krisen-Strategien unter anderem bei der Federal Reserve, der US-Notenbank, zur Prüfung einreichen. Reuters

Die Banken müssen ihre Krisen-Strategien unter anderem bei der Federal Reserve, der US-Notenbank, zur Prüfung einreichen.

New YorkNeun der weltweit größten Banken - darunter die Deutsche Bank AG, die UBS AG und die Credit Suisse Group AG - müssen noch in dieser Woche Pläne vorstellen, wie sie im Fall eines Zusammenbruchs abgewickelt werden können. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen der US-Regierung, Großinstitute in den Griff zu bekommen, die als „Too Big To Fail” eingestuft werden, deren potenzieller Kollaps also einen zu großen Schaden anrichten würde.

Kreditinstitute mit mehr als 250 Mrd. Dollar an Vermögenswerten außerhalb des Bankgeschäfts müssen vor Juli so genannte Banktestamente vorstellen - also Liquidationspläne, die voraussichtlich Tausende von Seiten umfassen. Die Aufsichtsbehörden müssen dann darüber entscheiden, ob diese Pläne glaubwürdig sind.

Die Maßnahme ist Teil der Dodd-Frank-Finanzmarktreform aus dem Jahr 2010. Damit soll es ermöglicht werden, dass der Staat komplexe Finanzriesen dicht machen kann, ohne dass dadurch Kosten für den Steuerzahler entstehen oder die Gesamtwirtschaft beeinträchtigt wird. Kurz vor Ablauf der Frist läuft die Diskussion auf Hochtouren, ob nun die Größe der Banken limitiert werden sollte oder ob ein solcher Eingriff unangemessen wäre.

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„Letztendlich wird sich dies nicht als geheimes Werkzeug herausstellen, mit dessen Hilfe JPMorgan Chase & Co. und Bank of America Corp. aufgelöst werden könnten“, sagt Jaret Seiberg, leitender Analyst bei der Washington Research Group von Guggenheim Securities. „Für einen so radikalen Schritt braucht es etwas Konkreteres als die Diskussion darüber, wie glaubhaft ein Banktestament verfasst wurde.“

In den Banktestamenten sollen die rechtlichen Beziehungen zwischen den Geschäftsbereichen jeder Bank identifiziert werden, ihre vertraglichen Verbindungen, welche Finanzierungsbedürfnisse sie haben, welches die wichtigsten Mitarbeiter sind, wie Vermögenswerte im Fall eines Zusammenbruchs bewertet werden und was verkauft werden kann, um Barmittel zu beschaffen. Kürzere Zusammenfassungen der Pläne sollen dann veröffentlicht werden und die Ideen der einzelnen Banken veranschaulichen.

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