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22.05.2014

10:13 Uhr

Krisenbank

Dexia kommt wohl ohne weitere Hilfen aus

Die Anforderungen des EU-Bankenstresstests wird die Krisenbank Dexia wohl nicht packen, dennoch scheinen die Eigner Frankreich und Belgien um weitere Zuschüsse herumzukommen. Geplant ist eine „Sonderbehandlung“.

Die Dexia-Niederlassung in Paris: Das 1996 aus einer Fusion heraus entstandene frankobelgische Institut war während der weltweiten Finanzkrise in die Schieflage geraten. Reuters

Die Dexia-Niederlassung in Paris: Das 1996 aus einer Fusion heraus entstandene frankobelgische Institut war während der weltweiten Finanzkrise in die Schieflage geraten.

Dublin/BrüsselFrankreich und Belgien kommen womöglich um weitere öffentliche Zuschüsse für die gemeinsame Krisenbank Dexia herum. Auch wenn das mittlerweile weitgehend verstaatlichte Institut nicht die Anforderungen des EU-Bankenstresstests erfüllen sollte, muss dies offenbar nicht zwingend bedeuten, dass weitere staatliche Hilfen erforderlich seien. Gespräche von Finanzaufsehern aus der EU und der Euro-Zone mit den belgischen Behörden über eine „Sonderbehandlung“ für Dexia im Rahmen der Tests steuerten auf ihr Ende zu, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in dieser Woche.

Das 1996 aus einer Fusion heraus entstandene frankobelgische Institut war während der weltweiten Finanzkrise in die Schieflage geraten. Seither musste es mit bislang zwölf Milliarden Euro gestützt werden. Doch die Lage bleibt angespannt. Im März hatte Dexia gewarnt, dass die Bank womöglich bei der EU-Prüfung durchfallen könnte und deswegen vielleicht weiteres Kapital aufnehmen müsste. Das wiederum würde bedeuten, dass aller Voraussicht nach die französischen und belgischen Behörden einspringen müssten.

Ein Informant sagte aber, Dexia sei im Rahmen der Gespräche in den vergangenen Tagen ein Zugeständnis gemacht worden. Demzufolge sollen die Bücher des Instituts weniger streng geprüft werden als die anderer Geldhäuser. Details nannte der Informant nicht. Eine weitere Person betonte allerdings, dass noch nicht endgültig feststehe, wie Dexia behandelt werde.

Die drei Stufen der EZB-Bankenprüfung

1. Stufe

Risikobewertung
In einem ersten Schritt prüft die EZB die Risiken in den Bankbilanzen. Dabei schaut sie auf die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel (Liquidität), die Verschuldung und die Refinanzierung der Bank.

2. Stufe

Asset Quality Review
Im zweiten Schritt schaut sich die EZB mit einem einheitlichen Bewertungsmaßstab etwa für faule Kredite die Bestandteile der Bilanzposten an. Auf dieser Basis wird beurteilt, ob etwa ausreichende Rückstellungen gebildet worden sind. Dabei sind acht Prozent hartes Kernkapital als Zielquote vorgegeben – Banken, die darunter liegen, sollen voraussichtlich auf staatliche Auffangmechanismen zurückgreifen müssen.

3. Stufe

Stresstest
Als letzter Schritt vollzieht die EZB einen Stresstest: Wie reagieren die Bankbilanzen auf gewisse Risikoszenarien? Die Details für den Stresstest sind noch nicht bekannt. Alle drei Schritte sollen bis November 2014 vollzogen sein, wenn die EZB offiziell die Aufsichtsfunktion übernimmt.

Dexia lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie die europäischen Behörden und die belgische Zentralbank, die Dexias Aufseher ist. Den Stresstests der EU-Bankenaufsicht und der Europäischen Zentralbank unterziehen sich in Europa mehr als 120 Institute. Geprüft wird die Widerstandsfähigkeit der Geldhäuser im Krisenfall. Die Banken müssen dabei unter Beweis stellen, dass sie eine schwere Rezession drei Jahre lang überstehen würden, ohne dass ihr sicheres Kapitalpolster auf weniger als 5,5 Prozent der Bilanzrisiken abschmilzt. Einige Banken haben sich bereits vorab Kapital besorgt. So kündigte auch die Deutsche Bank kürzlich eine Kapitalerhöhung um acht Milliarden Euro an, die sie unter anderem mit den verschärften Anforderungen der Regulierer begründet.

Von

rtr

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