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28.08.2013

19:36 Uhr

Krisenbank

Hypo Alpe Adria tief in der Verlustzone

Riesiger Kapitalmangel bei der Hypo Alpe Adria: In der Kasse fehlen mehr als 600 Millionen Euro. Die Abwicklung der Krisenbank wird viel kostspieliger als angenommen. Und die Halbjahreszahlen sind verheerend.

Hypo-Chef Gottwald Kranebitter ist bei der österreichischen Krisenbank zurückgetreten, die im ersten Halbjahr 2013 Verluste von fast 860 Millionen Euro erzielte. Reuters

Hypo-Chef Gottwald Kranebitter ist bei der österreichischen Krisenbank zurückgetreten, die im ersten Halbjahr 2013 Verluste von fast 860 Millionen Euro erzielte.

AlpbachDie österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria ist im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht und kann sich nur mit staatlicher Hilfe über Wasser halten. Wegen hoher Abschreibungen und Wertverlusten in Osteuropa stand unter dem Strich ein Minus von 859,8 Millionen Euro nach einem Plus von 3,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die frühere BayernLB-Tochter am Mittwoch mitteilte. Um die so entstandene Kernkapitallücke von knapp 620 Millionen Euro zu stopfen und die Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, hat der Staat Ende Juli bereits eine weitere Geldspritze auf den Weg gebracht. Die zugesagten 700 Millionen Euro sollen fließen, sobald die EU dafür grünes Licht gegeben hat.

Die Vorlage der Halbjahresbilanz markiert auch den letzten Arbeitstag von Hypo-Chef Gottwald Kranebitter. Der seit 2010 amtierende Manager hatte Anfang Juli seinen Rücktritt angekündigt. Wer ihm nachfolgt, ist noch offen. Doch die Suche nach einem neuen Chef und der latente Kapitalmangel sind nicht die einzigen Probleme der Bank: Sie befindet sich in diversen Rechtsstreitigkeiten mit ihrer früheren Mutter BayernLB. Dabei geht es unter anderem um die Rückzahlung eines Kredits, den die Hypo von den Bayern erhalten hatte.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Die Millionen-Verluste sind ein weiterer Tiefschlag bei der langwierigen und zähen Sanierung der Krisenbank. Österreich hatte das Institut 2009 von der BayernLB übernommen, die kein Geld mehr in das marode Geldhaus pumpen wollte. Seither versucht der Staat, das Ramschpapier-Portfolio der Bank abzubauen und die drei operativen Gesellschaften in Österreich, Italien und Südosteuropa zu verkaufen. Das ist eine Auflage der EU-Wettbewerbshüter im Gegenzug für die seit der Krise geflossenen milliardenschweren Staatshilfen. Eine finale Entscheidung der EU in dem seit Jahren laufenden Beihilfeverfahren erwartet die Hypo nun im Frühherbst.

Auf die Kernpunkte hatte sich die Bank mit der Kommission bereits geeinigt: Neben dem für das vierte Quartal erwarteten Verkauf der Österreich-Tochter an einen britischen Investor soll die Hypo das Südosteuropa-Geschäft mit 250 Filialen und zuletzt 4300 Beschäftigten bis Mitte 2015 losschlagen.

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