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13.03.2012

16:04 Uhr

Krisenbank

Hypo Alpe Adria will ohne Hilfen auskommen

In der Finanzkrise musste die österreichische Hypo Alpe Adria verstaatlicht werden. Nun will die Krisenbank wieder auf eigenen Beinen stehen - und hofft auf eine milde Finanzregulierung.

Die Hypo Group Alpe Adria Bank in Klagenfurt, Österreich. ap

Die Hypo Group Alpe Adria Bank in Klagenfurt, Österreich.

WienDie verstaatlichte österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria hofft, ihre Sanierung ohne weitere Staatshilfen über die Bühne zu bringen. „Die Anstrengungen des Vorstands und aller Mitarbeiter sind darauf ausgerichtet, dem Steuerzahler kein neues Geld zu kosten“, sagte Hypo-Alpe-Adria-Chef Gottwald Kranebitter am Dienstag. Ausschließen wolle er weitere Hilfen aber nicht. 

Um das Ziel zu erreichen, setzt Kranebitter vor allem auf ein Einlenken der österreichischen Regulierer. Sie haben der Bank bis Ende 2012 Zeit gegeben, um auf eine Eigenmittelquote von 12,04 Prozent zu kommen. Dafür hätte die Bank zuletzt 1,5 Milliarden Euro auftreiben müssen. Kranebitter hofft nun, dass sich die Regulierer bei einem neuerlichen internen Test im laufenden Jahr mit einer geringeren Quote zufriedengeben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir nicht bei 12,04 Prozent sondern bei einem geringeren Ausmaß landen. Weil wir glauben, dass für eine Sanierungsbank im Staatsbesitz nicht Gürtel, Hosenträger und Schwimmreifen erforderlich sind.“ Ende 2011 kam die Bank auf eine Quote von 9,8 Prozent. Eine Kennzahl für die harte Kernkapitalquote nach international vergleichbaren Standards veröffentlichte die Bank nicht. 

2012 werde der Gewinn auf dem Vorjahresniveau von 59 Millionen Euro (nach internationaler Rechnungslegung) verharren - zumal der HGAA-Chef kaum Rückenwind aus dem operativen Geschäft erwartet. In den Kernmärkten in Südosteuropa sei mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um zwei Prozent zu rechnen. Ebenso sei ein Wiederanlaufen der im Herbst vergangenen Jahres auf Eis gelegten Verkaufspläne für die Banktöchter in Österreich und Italien in den nächsten Monaten nur schwer vorstellbar. Erst ab der zweiten Jahreshälfte könnte es Interessenten für die beiden Töchter geben. Zunächst sind die größten europäischen Banken mit ihren eigenen Problemen beschäftigt - bis Ende Juni müssen sie die strengeren Eigenkapitalregeln der europäischen Bankenaufsicht (EBA) erfüllen. 

Kranebitter will die Banktöchter jedoch nicht um jeden Preis losschlagen. „Wir bereiten uns vor, um dann die Ersten zu sein, die unter ein neues Dach kommen, wenn der Markt wieder aufnahmefähig ist“, sagte der Bankchef. Das hauptsächlich auf Kärnten begrenzte Österreich-Geschäft habe derzeit einen Buchwert von 110 Millionen Euro, die in Norditalien aktive Tochter von 340 Millionen Euro. 

Die HGAA gehört der Republik Österreich, die das Institut in der Finanzkrise von der BayernLB übernommen hatte und so vor dem Zusammenbruch bewahrte. Damit wurden dem Staat milliardenschwere Garantien aufgebürdet. Der Bund und das Land Kärnten hafteten zuletzt für Papiere im Volumen von 18,1 Milliarden Euro. 

Ziel ist, die Hypo möglichst ohne weitere Verluste für den Steuerzahler gesundzuschrumpfen. Dafür müssen die Papiere in der Hypo-Abbaubank reduziert werden und ein Käufer für das Südosteuropageschäft gefunden werden. Letzteres steht derzeit mit 1,5 Milliarden Euro in den Büchern.

 

Von

dpa

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