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26.08.2011

13:33 Uhr

Krisenbank

IKB schreibt Griechen-Anleihen radikal ab

Die IKB hat mehr als die Hälfte auf ihre griechischen Anleihen abgeschrieben. Ursprünglich hatte diese einen Wert von 200 Millionen Euro. Im letzten Quartal verzeichnete das Institut ein Minus von 83 Millionen Euro.

Die Zentrale der IKB in Düsseldorf. dpa

Die Zentrale der IKB in Düsseldorf.

FrankfurtDie Krisenbank IKB macht vor dem ersehnten Verkauf an einen neuen Eigner Klarschiff. Auf ihre griechischen Staatsanleihen im ursprünglichen Nominalwert von 200 Millionen Euro schrieb die Bank im ersten Geschäftsquartal 2011/12 (April bis Juni) mehr als 50 Prozent ab, wie sie am Freitag mitteilte. Die Papiere stehen nun mit 85 Millionen in den Büchern, Ende März waren es noch 105 Millionen.

Ein Ausfall des Schuldenstaates werde angesichts des neuen Rettungspakets aber nicht erwartet, erläuterte das Düsseldorfer Institut im Besitz des US-Finanzinvestors Lone Star. Das gesamte Engagement in Staatsanleihen der sogenannten PIIGS-Länder (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) hatte sich im vergangenen Geschäftsjahr auf rund 1,7 Milliarden Euro belaufen.

Wegen der Belastungen aus der Schuldenkrise, aber auch der nach wie vor fälligen Provisionszahlungen an den Bankenrettungsfonds SoFFin und der Restrukturierungskosten stand im abgelaufenen Vierteljahr erneut ein Nettoverlust in den Büchern. Er fiel jedoch mit 83 Millionen Euro deutlich niedriger aus als noch vor einem Jahr (minus 136 Millionen).

Im operativen Geschäft trägt die Beschränkung auf das Mittelstandsgeschäft langsam Früchte: Die Margen und Provisionen im Kreditgeschäft legten nach Konzernangaben zu. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge verbesserte sich deutlich auf 51 (Vorjahr: 23) Millionen Euro, weil die Bank dank der guten konjunkturellen Entwicklung eine klare Entspannung bei faulen Krediten sieht.

Lone Star hatte die IKB in der Finanzkrise aufgefangen und im vergangenen Herbst wieder ins Schaufenster gestellt. Die Altlasten in den Büchern der Bank erschweren den Verkauf allerdings. Als aussichtsreichster Interessent gilt die französische BNP Paribas , die ihr Mittelstandsgeschäft in Deutschland ausbauen will. Sie verlangt Finanzkreisen zufolge allerdings eine weitgehende Freistellung von Risiken.

Von

rtr

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