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01.12.2015

09:45 Uhr

Krisenszenario

Alle sieben britischen Banken bestehen Stresstest

Die britischen Großbanken können aufatmen: Alle sieben überprüften Institute haben den diesjährigen Stresstest der britischen Zentralbank bestanden. Doch zwei Institute offenbaren Schwächen.

An den Börsen reagierten Bankentitel mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. dpa

Finanzplatz London

An den Börsen reagierten Bankentitel mit einem Kurssprung auf die Nachrichten.

LondonGroßbritanniens Banken haben den Stresstest der Bank of England zwar bestanden. Doch zwei Institute haben bei dem diesjährigen Gesundheitscheck teilweise Schwächen offenbart, wie die Notenbank am Dienstagmorgen einräumte. Die Kapitalausstattung von Standard Chartered und der quasi verstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS) haben nicht überzeugt.

Der Stresstest basierte allerdings auf Daten vom Ende des vergangenen Jahres. Da sowohl Standard Chartered als auch die RBS seitdem bereits angekündigt haben, dass sie ihre Kapitalausstattung verbessern wollen, sind sie um neue Auflagen und Forderungen der Bank of England herumgekommen. Insgesamt ist die Notenbank zu dem Schluss gekommen: Die Branche verfügt über genug Kapital, um die Wirtschaft in einer akuten Stressphase zu unterstützen.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

An den Börsen reagierten Bankentitel mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Zwischenzeitlich legten die Aktien von RBS und Standard Chartered um jeweils mehr als zwei Prozent zu.

Die RBS hat in dem Stresstest nach Angaben der Notenbank individuelle Kapitalziele verfehlt. Doch die Kapitalausstattung dürfte sich zuletzt gebessert haben, da die Bank unter anderem ihre US-Tochter Citizens verkauft hat.

Standard Chartered dagegen hat die Mindestanforderung der Notenbank an die Kernkapitalquote nicht erfüllt. Doch auf Grund der jüngsten Ankündigung der Bank, die unter anderem eine Kapitalerhöhung vorsieht, seien keine weiteren Maßnahmen notwendig, um die Kapitalausstattung zu verbessern, so das Urteil der Bank of England.

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Für Großbanken gibt es strenge Kapitalvorschriften und die Finanzaufsicht überwacht die Geldhäuser engmaschig. Europäische Zentralbank und Bundesbank fürchten daher, das andere Spieler das Finanzsystem bedrohen könnten.

Mit ihren jährlichen Stresstest will die Notenbank das Vertrauen der Investoren in die Branche stärken. Dieses Mal mussten die Geldhäuser Stress-Szenarien durchspielen, die unter anderem nur ein Wachstum der chinesischen Wirtschaft von gerade mal 1,7 Prozent, ein Schrumpfen der Wirtschaft in der Euro-Zone und einen tiefen Fall der Rohstoffpreise vorsehen.

Unter diesen Bedingungen haben sowohl Standard Chartered als auch die RBS die Vorgaben bei einer wichtigen Kennzahl verfehlt: bei der so genannten Leverage Ratio, dem Anteil des Eigenkapitals an der gesamten Bilanzsumme. Dieser muss eigentlich bei drei Prozent oder darüber liegen. Wenn man aber die zuletzt angekündigten Maßnahmen berücksichtige, dann würden beide Banken die Vorgaben erfüllen, so die Bank of England.

Insgesamt fiel die harte Eigenkapitalquote der britischen Banken im Stress-Szenario von 11,2 auf 7,6 Prozent. Die Leverage Ratio schrumpfte von 4,4 auf 3,5 Prozent.

Von

slo

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