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14.07.2017

20:42 Uhr

Kritik an Trump

Jamie Dimon platzt der Kragen

VonFrank Wiebe

Der Chef von JP Morgan lässt seiner Frustration über die Politik in den USA freien Lauf. Jamie Dimon nennt das, was in Washington derzeit läuft, „blöden Mist“. Selten hat er sich so deutlich zur Politik geäußert.

Der Chef von JP Morgan gilt als Anhänger der Demokraten. Er steht aber wie andere Top-Manager US-Präsident Donald Trump als Berater zur Verfügung. AFP

Jamie Dimon

Der Chef von JP Morgan gilt als Anhänger der Demokraten. Er steht aber wie andere Top-Manager US-Präsident Donald Trump als Berater zur Verfügung.

New YorkEigentlich ging es in der Telefonkonferenz um die Zahlen von JP Morgan – immerhin hatte die US-Großbank im zweiten Quartal sieben Milliarden Dollar nach Steuern verdient. Konzernchef Jamie Dimon überließ den größten Teil der Veranstaltung seiner Finanzchefin Marianne Lake. Aber auf die Frage, wie JP Morgan die zahlreichen Blockaden der amerikanischen Politik einschätzt, schaltete sich Dimon ein. Schon seiner Stimme und seinem hektischen Sprachstil war anzumerken, wie sehr ihm alles auf die Nerven geht, was in Washington passiert.

Er sprach von seinen Reisen durch mehrere Länder in Europa und Asien und sagte dann: „Es ist beinahe peinlich, als amerikanischer Bürger um die Welt zu reisen und gleichzeitig diesem blöden Mist zuzuhören, mit dem wir es in unserem Land zu tun haben.“ Er nannte die USA „eine der bürokratischsten, konfusesten und von Rechtsstreitigkeiten geplagtesten Gesellschaften“.

Dass Amerika noch keine Unternehmenssteuerreform in Gang gesetzt hat, wurmt ihn besonders. „Es schadet dem amerikanischen Normalbürger, dass wir nicht die richtige Politik hinbekommen“, sagte er. Er verwies auch auf die Stärke der US-Wirtschaft mit einem jährlichen Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent pro Jahr seit der Finanzkrise, meinte aber, mit einer guten Politik könnte es noch viel mehr sein.

Dimon hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, aber sich selten so deutlich zur Politik geäußert. Er gilt als Anhänger der Demokraten, steht aber wie andere Top-Manager US-Präsident Donald Trump als Berater zur Verfügung und musste sich deswegen auch schon Kritik von Trumps Gegnern anhören. Während des Wahlkampfs schlug er halb im Scherz vor, statt „Let's make America great again“, die Parole „Let's make America fun again“ auszugeben. Aber bisher, so scheint es, macht ihm die neue Regierung keinen Spaß.

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