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25.09.2011

09:19 Uhr

Künftiger UBS-Präsident

Axel Weber auf der Flucht vor der U-Frage

VonNils Rüdel, Peter Köhler

Während in Zürich die UBS durchgeschüttelt wird, verbringt Axel Weber das Wochenende bei IWF, Weltbank und IIF in Washington. Der künftige Aufsichtsratschef zieht bereits Strippen – verliert aber kein Wort darüber.

Axel Weber. Reuters

Axel Weber.

WashingtonDie „Cherry Blossom“ ist der Stahl gewordene Traum jedes Tom-Sawyer-Fans. Ein historischer Schaufelraddampfer mit zwei Salons und Sonnendeck, der entspannte Gäste gemächlich den Potomac River in Washington entlangschaufelt. Kein Wunder, dass die Einladung der Commerzbank zu einer Fahrt mit der „Kirschblüte“ bei jeder Herbsttagung von IWF und Weltbank zu den Höhepunkten zählt. Banker, Politiker und Journalisten pflegen hier Kontakte und reden über Gott und die Welt.

Nur einer der hochkarätigen Gäste ist bei der Fahrt am Freitagabend nicht so sehr zum Smalltalk aufgelegt – zumindest nicht gegenüber den Medien: Axel Weber, ehemaliger Bundesbank-Präsident, derzeit Gastprofessor an der Universität Chicago und künftiger Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS. Während er ausgelassen an der Reling unter anderem mit Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller plaudert, geht er Reportern aus dem Weg.

Vielleicht, weil er schon zu viel über das weiß, was gut 15 Stunden später als Eilmeldung über die Nachrichtenticker laufen wird: UBS-Chef Oswald Grübel tritt nach den Milliarden-Zockereien eines Händlers zurück.

Weber, der im kommenden Jahr in den Verwaltungsrat der Bank einziehen und 2013 dann dessen Präsident werden soll, zieht wohl bereits im Hintergrund einige Strippen. Der künftige Chefaufseher „wird in die Suche nach einem neuen CEO eingebunden werden“, bestätigte Noch-Verwaltungsratschef Kaspar Villinger am Sonntag. „Axel Weber bekommt so die Chance, sich optimal auf seine neue Funktion vorzubereiten.“ Es bleibe aber bei dem beschlossenen Zeitplan.

Und während nun in Zürich, 6700 Kilometer Luftlinie von der US-Hauptstadt entfernt, eine Großbank auseinanderfliegt und neu zusammengesetzt wird, verbringt der künftige UBS-Chefaufseher das Wochenende auf den Tagungen von IWF, Weltbank und internationalem Bankenverband IIF.

Man sieht einen entspannten Axel Weber in seiner natürlichen Umgebung, zwischen Ökonomen von Weltrang, Finanzpolitikern, Notenbankchefs und Bankmanagern. Er fachsimpelt hier, schüttelt Hände dort, moderiert Diskussionsrunden oder hält Vorträge – und ist doch immer auf der Flucht vor der U-Frage: Was unternehmen Sie in Sachen UBS?

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.09.2011, 14:49 Uhr

Typisches Reuters Foto.
Deutsches Mann immer sein Teufelchen, ausser Tante Merkel, die immer sein lieb wie Kuh auf Weide.

schroedi

26.09.2011, 19:05 Uhr

Die UBS zeichnet sich nicht nur durch Unseriosität beim IB aus.
Wenn man zufälligerweise (es gab nie eine Geschäftsbeziehung zur UBS) in das Visier der „Mitarbeiter fürs Grobe“ dieser Bank zu geraten, ist das Bild dieser Institution nicht durch Seriosität geprägt. In diesem Fall gehörten Fälschung und Verfälschung von Dokumenten, sowie die Androhung körperlicher Gewalt zum Repertoire dieser Institution.
Ein Überfall erfolgte zeitnah nach der Androhung von Gewalt. Ein Täter konnte hier jedoch nicht ermittelt werden.
Nachdem man wohl auch bei der UBS den Eindruck gewonnen hat, den Falschen zu bearbeiten, war das Äußerste an Bedauern, welches ich von einem Mitarbeiter der Bank sinngemäß hörte, daß „da wohl etwas außer Kontrolle geraten sei“.
Das letztinstanzliche Urteil zu diesem Vorgang fällte das OLG Karlsruhe, AZ 8 U 244/04.
Es melden sich bei mir Zweifel ob in einer solchen Institution mit Vermögenswerten, die ihr von ihren Kunden anvertraut wurden, sorgfältiger umgegangen wird.
Grüße Bertram Schröder

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