Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2016

13:33 Uhr

Künftiger US-Präsident

Deutsche Bank will Kredit für Donald Trump überarbeiten

Die Deutsche Bank will einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einen an Donald Trump gewährten Kredit umstrukturieren – und so mögliche Interessenkonflikte lösen.

Deutschlands größte Bank wird die komplizierte Beziehung zu ihrem vielleicht delikatesten Kunden, dem designierten US-Präsidenten, klären müssen. AP

Donald Trump

Deutschlands größte Bank wird die komplizierte Beziehung zu ihrem vielleicht delikatesten Kunden, dem designierten US-Präsidenten, klären müssen.

New YorkJahrelang hat der künftige US-Präsident Donald Trump ein machtvolles Werkzeug genutzt, wenn er mit Bankern verhandelt hat: eine persönliche Bonitätsgarantie. Sie hat dabei geholfen, bessere Konditionen für Hunderte Millionen Dollar an Darlehen für die Trump Organization auszuhandeln.

Jetzt steht die Garantie im Zentrum einer heiklen Verhandlung über eine Kredit-Restrukturierung mit der Deutschen Bank. Sie steht derzeit unter besonderer Beobachtung des US-Justizministeriums, das in mehreren Fällen gegen die Bank ermittelt. Als Präsident wird Trump auch diesem Ministerium letztlich vorstehen.

Die Bank versucht derzeit, einen Teil eines ungefähr 300 Millionen Dollar schweren Darlehens an Trump zu restrukturieren. Ziel ist es, einen Interessenkonflikt zwischen dem Kreditnehmer Trump und dem Präsidenten Trump zu verhindern, so eine mit dem Vorgang vertraute Person. Normalerweise würde die Rücknahme einer persönlichen Garantieverpflichtung dazu führen, dass die Vertragsbedingungen verschärft würden. Doch bei diesem Geschäft ist wenig „normal“.

Deutsche-Bank-Händler in Russland: Mit Schwiegermutters Konto Millionen verdient

Deutsche-Bank-Händler in Russland

Mit Schwiegermutters Konto Millionen verdient

Ein Aktienhändler kaufte und verkaufte Wertpapiere von seinen Verwandten im Namen der Deutschen Bank. Verdienst auf Kosten des Geldhauses: rund vier Millionen Dollar in zwei Jahren. Nun ermittelt die Bank intern.

Denn Trumps Justizminister erbt von seinem Vorgänger auch eine Untersuchung rund um Aktiengeschäfte reicher Deutsche-Bank-Kunden in Russland – einem Land, zu dem Trump die Beziehungen verbessern möchte – und könnte gegen die Bank eine möglicherweise mehrere Milliarden Dollar schwere Strafe wegen umstrittener Geschäfte mit verbrieften Immobilienkrediten verhängen.

Wie immer die Konditionen eines überarbeiteten Kreditvertrags aussehen würden, er muss die komplizierte Beziehung zwischen Deutschlands größter Bank und ihres besonderen Kunden widerspiegeln. Ethikexperten hegen deswegen Bedenken. „Wenn von Politikern ernannte Beamte Entscheidungen über Banken treffen, denen der Präsident eine Menge Geld leiht, sieht das ziemlich entsetzlich aus“, sagt Richard Painter, ein Justizprofessor an der Universität von Minnesota. Er war Chef-Ethikanwalt von US-Präsident George W. Bush. „Die US-Regierung ist ständig in regulatorische und strafrechtliche Vorgänge mit Banken involviert – wenn er ihr viel Geld schuldet, könnte es ein Anreiz sein, weniger Regulierung zu befürworten und weniger streng gegen Banken vorzugehen.“

Hedgefondsmanager: Carl Icahn berät Donald Trump

Hedgefondsmanager

Carl Icahn berät Donald Trump

Apple und Ebay hat er bereits das Fürchten gelehrt. Nun soll der Aktionärsaktivist dem künftigen US-Präsidenten dabei helfen, staatliche Regulierungen abzubauen. An ersten personellen Entscheidungen hat Icahn bereits mitgewirkt.

Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab. Alan Garten, Chefjurist der Trump Organization, erklärt, dass die Kredite im Verhältnis zur milliardenschweren Trump-Unternehmung erstens kaum ins Gewicht fielen. Außerdem seien auch die Bemühungen, auf persönliche Garantien zu verzichten, wenig spektakulär. Denn die Kredite würden ohnehin in reguläre Darlehen umgewandelt, sobald die damit finanzierten Projekte fertig gestellt seien.

Die Arbeiten an der Darlehensrestrukturierung sind das nächste Kapitel in einem angespannten Verhältnis zwischen Trump und der Deutschen Bank: Die Bank ist eines von wenigen Finanzinstitute an der Wall Street, das immer noch Geschäfte mit einem Mann macht, der lange öffentlichkeitsliebender und unkonventioneller Immobilienentwickler galt, der auch nicht zögerte, seinen Kreditgeber vor acht Jahren zu verklagen.

Deutsche Bank : Wettlauf gegen Trump

Deutsche Bank

Wettlauf gegen Trump

Die Hoffnung der Deutschen Bank, sich im Hypothekenstreit mit den US-Behörden noch vor der Präsidentschaftswahl auf einen Vergleich zu einigen, hat sich zerschlagen. Jetzt gibt es eine neue Deadline.

Die Deutsche Bank hat auch Mitgliedern der Trump-Familie Geld geliehen, darunter Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Wochen vor der Präsidentschaftswahl refinanzierte die Bank den größten Teil eines 370 Millionen Dollar schweren Darlehens, das mit Einzelhandelsimmobilien besichert ist, die Kushners Firma in Midtown Manhattan besitzt.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ralf Bender

22.12.2016, 14:17 Uhr

Trump, der Schuldenmilliardär, wird schon gewusst haben, warum er seine Finanzen, nicht offengelegt hat.

Herr Max Marx

22.12.2016, 15:27 Uhr

Trump Schuldenmilliardär??? Kennt du seinen Geschäftsbericht???
Ich glaube du hast zu heiss gebadet oder bist Transfergeldempfänger ... oder beides.

Herr Josemin Hawel

22.12.2016, 15:34 Uhr

Seine Schulden sind doch völlig egal. Der Typ ist kein Demokrat. Er wird wie ein gieriger Geschäftsmann jede Moral, das öffentliche Interesse und vor allem die Interessen der Arbeiter verhökern. Hoffentlich verstrickt er sich in seinen Interessenskonflikten und stürzt möglichst schnell!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×