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30.05.2012

16:58 Uhr

Kunden heben Gelder ab

Angst vor dem Bankensturm

VonTino Andresen

Angesichts der Probleme der Euro-Zone wächst die Angst vor einem Sturm auf die Banken. Noch ist es ein Wind, der kontrollierbar erscheint. Aber das könnte sich rasch ändern.

Im September 2007 stürmten Kunden die britische Bank Northern Rock. AFP

Im September 2007 stürmten Kunden die britische Bank Northern Rock.

DüsseldorfWas lange Zeit undenkbar schien, rückt in den Bereich des Möglichen: Finanzexperten rund um den Globus machen sich mit dem Szenario vertraut, dass die Euro-Zone zerbrechen könnte. Unmittelbar damit verbunden ist die Gefahr eines Sturms auf die Banken. Denn wenn ein Land sich vom Euro löst, wird das zu einer scharfen Abwertung der nationalen Währung führen.

Um die Auswirkungen auf die eigenen Guthaben zu mildern, haben viele Sparer bereits damit begonnen, ihr Geld vorsorglich ins Ausland zu transferieren. So verwalten griechische Banken heute 30 Prozent weniger Geld als Anfang 2010, wie die Schweizer Zeitung „NZZ am Sonntag“ kürzlich berichtete.

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Bei den Geldhäusern in den Krisenstaaten Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien haben sich die Einlagen von Privat- und Unternehmenskunden laut Daten der Europäischen Zentralbank bis Ende März innerhalb von 15 Monaten insgesamt um 80,6 Milliarden Euro oder 3,2 Prozent verringert. Schweizer Banken hingegen verzeichnen derzeit enorme Geldzuflüsse.

Bisher macht zwar sogar der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der durchaus für Katastrophenszenarien zu haben ist, eher ein „Bank Jog“ als ein „Bank Run“ aus - also eher einem gemächlichen Dauerlauf als einem rasanten Spurt auf die Konten. Doch viele Experten wie Andrew Bosomworth, Deutschlandchef des weltgrößten Anleiheverwalters Pimco, warnen: „Die Abflüsse bei Banken in den Peripherieländern drohen sich weiter zu beschleunigen.“

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Zu einem Bankensturm kann es laut Matt King von der US-Großbank Citigroup ganz schnell kommen. „Am Abend davor geht es Dir gut, aber am Morgen danach ist es zu spät“, zitierte ihn die „New York Times“.

Der oberste Anlagechef der Schweizer Großbank UBS, Alexander Friedman, sieht bereits vor den griechischen Parlamentswahlen am 17. Juni eine erhebliche Gefahr, dass Kunden in europäischen Krisenstaaten die Bankschalter stürmen könnten. „Ansteckungsbefürchtungen dürften dazu führen, dass Privatkunden in Portugal, Irland, Italien und Spanien ihre Einlagen abziehen, weil sie sich Sorgen um die Solvenz der Banken oder eine mögliche Währungsumstellung machen“, schrieb der Chief Investment Officer jüngst an die Kundenberater der Bank. „Dies könnte einen großen Bankenkollaps auslösen, der wirklich beispiellose Schritte der Europäischen Zentralbank erforderte.“

Kommentare (59)

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MeinMitleidHabenSie

30.05.2012, 17:08 Uhr

Na Handelsblatt, schüren wir eifrig Panik?

Erst vor ein paar Tagen der Bericht, die Schweizer Zentralbank würde sich für einen Euro-Crash "rüsten". Dann heute dieser Artikel.

Naja, Sie sind nur ein Rädchen im Getriebe des Finanzsystems. Hochwertige, sachliche Berichterstattung sieht anders aus. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der NZZ.

Account gelöscht!

30.05.2012, 17:13 Uhr

Der Chef der spanischen Notenbank Fernández Ordóñez tritt zurück (Quelle: Deutsche Mittelstandsnachrichten). Die Finanzlage ist hochgradig angespannt. Spekuliert wird über ein Bailout der Spanier. Gleichzeitig ist die heutige Auktion der Italiener am Geldmarkt misslungen. Das Land konnte sich nur mit Mühe refinanzieren und musste erneut deutlich höhere Zinsen bieten. Beide LÄnder dürften schon bald wieder die 7-Prozennt-Marke bei 10-Jährigen reißen.

Account gelöscht!

30.05.2012, 17:17 Uhr

Auch das pushen der Henkel-Bewegung zur Euro-Abschaffung dient nur dem Ziel Unsicherheit zu schaffen!

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