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20.01.2009

14:28 Uhr

Kundenrechte

Unzulässige Gebühren bei Banken

Bankkunden sollten die Kosten bei ihrem Institut kritisch prüfen. Offenbar verlangen Banken mitunter verbotene Gebühren. In den Schalterräumen der Banken müssen Preislisten für wesentliche Leistungen aushängen.

Manch einer zahlt seiner Bank zu viel Geld. Foto: dpa gms

Manch einer zahlt seiner Bank zu viel Geld. Foto: dpa

HB BERLIN. Nach einem Bericht der Stiftung Warentest verlangen Banken mitunter verbotene Gebühren oder informieren nicht richtig über die Preise. So kassierten Geldhäuser zum Beispiel weit über 100 Euro für die Ermittlung des Hauswertes bei einer Immobilienfinanzierung oder Entgelte von Kunden, die nur ein Angebot einholten. Dies sei unzulässig, schreibt die Zeitschrift „Finanztest “der Stiftung.

Ärger wegen zu Unrecht verlangter Gebühren gebe es sowohl bei Privatbanken als auch bei den Sparkassen und Volksbanken. Dazu kommt laut „Finanztest“, dass Kunden manche Kosten vermeiden könnten, wenn die Institute besser über die Bedingungen und Änderungen informieren würden. In manchen Fällen teilen die Banken laut dem Bericht die Preise aber nicht korrekt mit, verlangen bisweilen sogar für Leistungen Geld, die als gebührenfrei beworben wurden.

Banken und Sparkassen müssten im Schalterraum die Preise für die wesentlichen Leistungen bekanntgeben. Für weitere Dienstleistungen dürften sie nur Geld verlangen, wenn die Kosten im ausführlichen Preisverzeichnis stünden, das jedem Kunden auf Nachfrage zugänglich sein müsse. Nur weil die Gebühren im Verzeichnis stehen, müssen sie aber noch nicht rechtens sein, warnen die Verbraucherschützer.

Beliebte Nebeneinnahmen der Banken bei Baufinanzierungen seien Gebühren von ein paar Hundert Euro dafür, dass das Geldhaus den Wert des Hauses ermittle. Solche Klauseln in den Kreditverträgen sind unzulässig, wie die Experten schreiben. Die Kunden hätten gute Chancen, wenn sie die Gebühr zurückverlangten. Die Bank schätze mit der Wertermittlung ihr Kreditrisiko ein. Handelt sie aber nur im eigenen Interesse, darf sie laut „Finanztest“ auch keine Gebühr für die Arbeit verlangen. Daher dürfe eine Bank auch kein Geld kassieren, wenn sie prüfe, ob eine Überweisung angekommen sei. Dies komme aber durchaus vor.

Auch müsse die Bank die Löschung der Grundschuld nach Abschluss der Baufinanzierung kostenlos ermöglichen. Denn Gebühren seien immer unzulässig, wenn die Bank mit der Leistung eine gesetzliche Pflicht erfülle. Auch typische Bankdienstleistungen wie das Einrichten oder Schließen eines Girokontos müssen nach den Angaben der Fachleute kostenlos sein.

Die Experten raten Bankkunden, auf den Kontoauszügen auf kleine Beträge und Preisveränderungen zu achten sowie nicht nachvollziehbare Kosten schnell zu reklamieren. Wenn ein Entgelt weder im Preisaushang noch im ausführlichen Verzeichnis stehe, solle man Klärung verlangen und notfalls eine Verbraucherzentrale einschalten. Vor dem Gang zum Gericht empfehle es sich, zunächst den Ombudsmann der Bank anzurufen.

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