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12.01.2012

10:38 Uhr

Landesbank

Ungarn-Geschäfte treiben BayernLB ins Minus

Kaum ist das Desaster mit der Hypo Alpe Adria verdaut, sorgt die BayernLB für neue Negativschlagzeilen. Die angeschlagene Landesbank kostet den Steuerzahler erneut Geld. Dieses Mal sind Probleme in Ungarn Schuld.

Die BayernLB rechnet mit Verlusten. dapd

Die BayernLB rechnet mit Verlusten.

MünchenEine Abschreibung auf die ungarische Tochter MKB drückt die Bayern LB in die roten Zahlen. Die Eigentümer von Genussscheinen und Halter von Stillen Einlagen müssen sich nach aktuellem Stand der Dinge am Verlust beteiligen, teilte die Bank, die zu 94 Prozent dem Freistaat Bayern gehört, am Donnerstag in München mit. Eine genaue und verbindliche Aussage darüber könne erst Ende April 2012 getroffen werden.

Die Wertberichtigung in Ungarn sei unter anderem wegen einer Bankenabgabe und dem jüngst verabschiedeten Fremdwährungswandelgesetz in dem Land notwendig. Der zu erwartende Verlust bezieht sich auf die Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch. Damit reißen die Probleme für die Landesbank nicht ab.

Fast jede zweite Familie in Ungarn hat ein Darlehen oder eine Hypothek in Franken oder Euro abgeschlossen - insgesamt geht es um etwa 20 Milliarden Euro. Seit Beginn der Finanzkrise hat der ungarische Forint jedoch etwa 30 Prozent gegenüber den westlichen Währungen an Wert verloren. Immer weniger Ungarn können deshalb Zinsen und Tilgungsraten für die Fremdwährungskredite aufbringen.
Im Oktober hatte die ungarische Regierung einseitig eine Zwangskonvertierung eingeführt. Bankkunden können ihre Fremdwährungsdarlehen in Forint-Kredite zu extrem günstigen Konditionen weit unterhalb der aktuellen Wechselkurse eintauschen. Die Kosten dafür tragen die Banken. Nach Angaben der ungarischen Finanzmarktaufsicht PSZAF haben ungefähr 100.000 Haushalte von diesem Umtauschprogramm Gebrauch gemacht. Da sich Fremdwährungsschuldner bis zum Jahreswechsel für dieses Programm anmelden konnten, dürfte die Zahl der teilnehmenden Haushalte noch steigen. Auf den gesamten ungarischen Bankensektor kommt dadurch eine Belastung von etwa einer Milliarde Euro zu.

Kommentare (2)

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12.01.2012, 13:02 Uhr

Was hat eine LANDESBANK in Ungarn zu suchen?

Alfred

12.01.2012, 15:05 Uhr

Alle Landesbanken gehören geschlossen oder (sinnvoll) verkauft. Waren sie noch in den 50-ger und 60-er Jahren
halbwegs seriös in die Finanzierung von Infrastrukturpro-
jekten durch die jeweiligen Landesregierungen einbezogen,
so begannen die Politiker mit "ihren" Banken Politik zu ma-
chen. Natürlich vom Geschäft keine Ahnung, warum auch? In
der Industrie begann dieselbe Entwicklung mit dem Berater-
unwesen. Diese Banken wurden mehr und mehr für politische
Spiele eingesetzt, vor allem aber als Hort für mißliebige
und/oder abgehalfterte Partei-und Regierungsfreunde. Vor
allem die Zeiten der absoluten SPD-Regierungen mit Friedel
Neubert an der Landesbankspitze ließen keine Gelegenheit
aus, die WestLB für Partei-und persönliche Ambitionen zu
nutzen. Verluste, die häufig auftraten, zahlt ja das dum-
me Schaf, das man Steuerzahler nennt! Auch "Bruder Johan-
nes" (Rau) nutzte als Ministerpräsident kosten-und scham- los den Flugdienst der WestLB.
Die bayerischen Amigos standen den Preißen in keinster
Weise nach. Lange Jahre verwöhnt mit einer absoluten Regierungsmehrheit, betrachteten sie die BayernLB, neben dem weichen Bett für alternde Amigos, als Finanzierungs- kern für Groß-Bayerische Taten. Von Fachkenntnissen, Risi- kobewußtsein mit Verantwortung keine Spur.
Die Besetzung des Verwaltungsrates spricht Bände. Geradezu logisch waren die Käufe von Schrottanleihen und die Pleiten.Der Gipfel war der Kauf der Hypo Alpe Adria, ohne Sinn und Verstand!
Allen handelnden Figuren ist gemeinsam, daß keiner Verant-
wortung übernimmt, wenn Milliarden einfach versemmelt wer-
den. Figuren, die, wenn es um die Beurteilung der eigenen
Knete geht, garnicht hoch genug von ihrer Verantwortung faseln.
Also, weg mit diesen gefährlichen und teuren Sandkasten-
spielsachen für Finanzlaien, die immer wieder zeigen, daß
sie mit dem Geld der Steuerzahler nicht umgehen können.
Unsere privaten Banken, Versicherungen und Sparkassen sind
ausreichend!

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