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02.02.2011

16:41 Uhr

Landesbanken

Manager mit Kampfgeist gesucht

VonPeter Köhler

Seit Ausbruch der Finanzkrise leiden Landesbanken unter negativen Schlagzeilen. Doch für einige Spezialisten gelten die Institute weiterhin als attraktiver Arbeitgeber. Doch gefragt sind vor allem Finanzexperten mit Kämpferqualitäten.

Die Hessische Landesbank musste keine Staatshilfen in Anspruch nehmen. dpa

Die Hessische Landesbank musste keine Staatshilfen in Anspruch nehmen.

FRANKFURT. Die Landesbanken haben seit Ausbruch der Finanzkrise unter negativen Schlagzeilen zu leiden. Die großen Häuser müssen strenge EU-Auflagen wegen der staatlichen Beihilfen erfüllen und sind auf Schrumpfungskurs gegangen. Allerdings verweisen Personalexperten darauf, dass nicht alle Häuser im Rückwärtsgang fahren. Beispielsweise hat die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) keine Staatshilfen in Anspruch genommen und gilt als attraktiver Arbeitgeber. Und auch bei den Banken, die sich in der Restrukturierung befinden, stellt man gezielt Fachleute ein. "Bei den Landesbanken steht das Rad nicht still. Bei den Rekrutierungen habe ich hier in den vergangenen Monaten einen Zuwachs von rund zehn Prozent feststellen können", sagt Rolf Stokburger von der Personalberatung Boyden Global Executive Search.

Die Landesbanken suchten derzeit beispielsweise Spezialisten für das Controlling, strukturierte Finanzierungen und Projektfinanzierungen. Auch Institute, die in der Sanierung oder im Umbau stecken, könnten auf sich aufmerksam machen. "Manager mit Kampfgeist sagen, mich schreckt auch eine Landesbank nicht ab", hat Stokburger beobachtet. Und viele Abteilungen hätten einen guten Ruf im Markt. "Auch die Landesbanken haben exzellente Teams - etwa im Risikomanagement", erklärt Stefanie Schulz, Leiterin Financial Services bei der Personalberatung Michael Page.

Bewegung sehe sie vor allem im Bereich der Manager für Fusionen und Übernahmen (M&A). Eine internationale Weiterentwicklung sei auch heute noch bei den regulierten Banken möglich, erklärt sie.

Allerdings haben die Fachleute auch registriert, dass der Stellenabbau bei den öffentlich-rechtlichen Instituten nicht einfach ist, was mit den möglichen hohen Abfindungszahlungen zusammenhängt. Viele Manager wollten ihre Ansprüche nicht aufgeben, das gilt laut Stokburger etwa für die WestLB und die HSH Nordbank. In Branchenkreisen heißt es, manchmal seien auch hohe Pensionsansprüche hinderlich für eine sonst übliche Fluktuation. Dies gelte vor allem für schon seit Jahrzehnten bestehende Verträge.

Bei den Vergütungen sehen Branchenbeobachter eine leicht steigende Tendenz zwischen plus fünf und zehn Prozent, in der Spitze können es in Einzelfällen auch plus 30 Prozent sein. Die Zuwächse bei den Fixgehältern seien auch deshalb verständlich, weil die Boni in der gesamten Branche tendenziell niedriger ausfallen, sagt ein Unternehmensberater. Allerdings fällt die Anpassung an die neue Realität auch nicht jedem Manager leicht. "Die Deckelung der Vorstandsgehälter bei den staatlich gestützten Banken bei 500 000 Euro schmerzt schon, teilweise liegen ja die Vorstände von Großsparkassen über diesem Betrag", sagt Stokburger.

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