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22.08.2016

16:17 Uhr

Landesbanken

NordLB verkauft Schiffskredite an KKR

VonFrank Matthias Drost

Die NordLB hat einen Käufer für einen Teil ihres milliardenschweren Portfolios an Schiffskrediten gefunden: Der Finanzinvestor KKR will gemeinsam mit einem Staatsfonds 1,5 Milliarden Dollar in die Hand nehmen.

Noch haben die Reedereien die Krise nicht überstanden. dpa

Containerschiff im Rostocker Hafen

Noch haben die Reedereien die Krise nicht überstanden.

BerlinDer zweitgrößte deutsche Schiffsfinanzierer, die NordLB, zieht Konsequenzen aus der anhaltenden Krise der Schifffahrtsmärkte. Die börsennotierte Private Equity-Gesellschaft KKR wird gemeinsam mit einem Staatsfonds ein Portfolio von Schiffskrediten im Wert von 1,5 Milliarden Dollar von der NordLB erwerben, teilte die niedersächsische Landesbank mit. Dabei soll es sich es sich sowohl um faule Kredite handeln als auch um solche, für die bislang Zinsen gezahlt wurden.

Angesichts der anhaltenden Schiffsmarktkrise sind immer weniger Reeder in der Lage, ihre Zins-und Tilgungszusagen zu erfüllen. Bislang herrschte verhaltener Optimismus, dass sich die mehrjährige Krise dem Ende nähern wird. Doch dafür gibt es immer noch keine Anzeichen. Die Fracht- und Charterraten dümpeln weiter vor sich hin.

Im April 2016 zog NordLB-Vorstandschef Gunter Dunkel die Reißleine und verkündete einen Strategieschwenk. Die Bank will ihr Schifffahrtsportfolio von damals 19 Milliarden Euro auf zwölf bis 14 Milliarden Euro zurückfahren. Mittlerweile sind es noch 18 Milliarden Euro. Zusätzliche Ergebnisbelastungen würden die Folge sein.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Der Deal mit KKR und anderen Investoren ist nun der erste Schritt, den Abbau voranzutreiben. Als einzige Landesbank rechnet die NordLB wegen der Schiffsmarktkrise mit einem Verlust im laufenden Jahre. Auch für die NordLB-Tochter Bremer Landesbank hat die Krise Konsequenzen. Sie kann die Belastungen nicht mehr aus eigener Kraft stemmen und wird von der NordLB wohl vollständig übernommen.

Alle schiffsfinanzierenden Banken sind 2016 gezwungen, die Risikovorsorge für Schiffskredite weiter zu erhöhen. Zuletzt berichtete der Transportfinanzierer DVB Bank, dass sich die Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite im ersten Halbjahr auf rund 83 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat.

In einem noch größeren Stil ist die HSH Nordbank dabei, Schiffskredite abzubauen. Zum 30.6.2016 hat die HSH Problemkredite gemäß einer Vereinbarung mit der EU in Höhe von fünf Milliarden Euro an eine Gesellschaft der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg übertragen. Auch die Deutsche Bank, die nicht zu den größten Schiffsfinanzierern zählt, will sich von notleidenden Schiffskrediten in Höhe von gut einer Milliarde Euro trennen.

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Deutsche Banken haben sich aus der Finanzierung von Containerschiffen weitgehend zurückgezogen. Diese Lücke will Deutschlands ältestes Geldhaus schließen - und holt sich dafür viel Kapital bei einem Finanzinvestor.

„Die Vereinbarung, die wir mit den Investoren erzielt haben, ist angesichts der anhaltenden Schiffskrise eine wichtige Wegmarke für das kontinuierliche und effiziente Bilanzmanagement der NordLB“, wird Dunkel zitiert. Die zu gründende Gesellschaft soll auch anderen Banken für das Management ihrer Portfolios offenstehen. „Diese Transaktion entspricht dem Ansatz von KKR, in Anlagen von Banken zu investieren, die nicht-strategisch sind oder den Renditeerwartungen nicht entsprechen, und diese zu managen“, urteilt der Europa-Chef von KKR, Johannes P. Huth.

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