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06.10.2015

16:31 Uhr

Landesbanken

NordLB verklagt New Yorker US-Finanzmanagerin Tilton

Die NordLB wirft Tiltons Geldhaus vor, wegen falscher Informationen über ihre Kreditfonds einen Verlust von umgerechnet rund 40 Millionen Euro erlitten zu haben. Die US-Firma sieht das ganz anders.

Die ehemalige Managerin von Morgan Stanley und Goldman Sachs trägt in den USA den Spitznamen „Diva of Distressed“ - „Meisterin im Umgang mit kriselnden Unternehmen“. Reuters

Lynn Tilton

Die ehemalige Managerin von Morgan Stanley und Goldman Sachs trägt in den USA den Spitznamen „Diva of Distressed“ - „Meisterin im Umgang mit kriselnden Unternehmen“.

New York/FrankfurtDie NordLB geht wegen umstrittener Wertpapiergeschäfte gegen die New Yorker Finanzmanagerin Lynn Tilton vor. Die Hannoveraner Landesbank habe Klage gegen Tiltons Firma Patriarch Partners eingereicht, sagte ein Sprecher des Instituts am Dienstag. Laut US-Gerichtsdokumenten wirft das Geldhaus Tilton vor, wegen Missmanagement und falscher Informationen über ihre Kreditfonds (sogenannte CLOs) einen Verlust von mehr als 45 Millionen Dollar (rund 40 Millionen Euro) erlitten zu haben.

Die NordLB hat 2005 und 2007 insgesamt 135 Millionen Dollar in die Zohar Kreditfonds von Patriarch Partners gesteckt. Die Bank sei mit zweifelhaften Methoden zu diesen Investments bewegt worden, heißt es in den Gerichtsdokumenten. Außerdem habe Patriarch Partners verschleiert, dass es der Firma beim Management der Fonds um „ihren eigenen Vorteil und Gewinn“ gehe. Patriarch Partners bestreitet das. „Wir weisen die unbegründeten Beschuldigungen mit aller Deutlichkeit zurück und haben vor, uns dagegen vor Gericht energisch zu verteidigen“, sagte ein Sprecher. Von einem Tilton-Anwalt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat fünf Jahre lang gegen Tilton ermittelt und dann im März bekanntgegeben, wegen Betrugsverdacht gegen die extravagante Managerin vorzugehen. Die SEC wirft ihr vor, die schlechte Entwicklung von Wertpapieren verheimlicht zu haben, auf denen die Zohar Fonds basieren. Zudem habe sie den Kunden rund 200 Millionen Dollar Gebühren zu viel abgeknöpft. Tilton, die mit ihren Zohar Fonds insgesamt 2,5 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt hat, weist alle Vorwürfe zurück.

Die ehemalige Managerin von Morgan Stanley und Goldman Sachs trägt in den USA den Spitznamen „Diva of Distressed“ („Meisterin im Umgang mit kriselnden Unternehmen“) und sorgt dort auch mit ihren auffälligen Outfits für Aufsehen. Die NordLB hat die Tilton-Papiere schon 2012 verkauft und will sich zu den Details des Verfahrens nicht äußern.

Von

rtr

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