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10.06.2011

13:45 Uhr

Landesbanken

WestLB-Mitarbeiter demonstrieren für Jobs

Mit Nadelstreifenanzug und Plakat: Am Freitag haben hunderte WestLB-Mitarbeiter gegen ihre drohende Kündigung demonstriert. Am Mittag traf sich der Aufsichtsrat, um über eine Zerschlagung der Landesbank zu beraten.

Demonstrierende Mitarbeiter vor der WestLB in Düsseldorf Quelle: Reuters

Demonstrierende Mitarbeiter vor der WestLB in Düsseldorf

DüsseldorfKurz vor den entscheidenden Gesprächen um die Zukunft der WestLB haben Hunderte von Mitarbeitern der angeschlagenen Landesbank für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

„Die Zeit für die WestLB wird knapp“, rief Betriebsratschefin Doris Ludwig am Freitag vor der Düsseldorfer WestLB-Zentrale den teils in Nadelstreifen gekleideten Demonstranten zu, die Plakate mit Slogans wie „20 Jahre WestLB - und jetzt Hartz IV“, „Jetzt reicht es“ oder „Wo bleibt der Rettungsschirm für Beschäftigte?“ in die Luft reckten. „Es ist eine Schande, was man mit uns macht“, beklagte sie. Beim einstigen Flaggschiff der Landesbanken, das vor der Aufspaltung steht, sind noch knapp 4500 Menschen beschäftigt.  

Die Eigner der WestLB - die NRW-Sparkassenverbände und die Landesregierung - sowie die Bundesregierung müssen der EU-Kommission nach langem Streit um öffentliche Hilfen bis Ende des Monats einen detaillierten Umbauplan vorlegen. Die WestLB soll danach zerschlagen werden.

Von der einstmals stolzen Landesbank soll nur eine Verbundbank als Dienstleister für die Sparkassen bleiben. Die übrigen Teile der Bank sollen verkauft oder an die bereits bestehende Bad Bank angedockt werden. Auf das Geschäft mit Firmenkunden und Strukturierten Finanzierungen der WestLB hat HSBC Trinkaus ein Auge geworfen.

Finanzkreisen zufolge laufen bereits Gespräche mit den Interessenten. Verkäufe einzelner Teile der WestLB würden aber dadurch erschwert, dass noch immer kein klares Konzept für den Umbau stehe.  

Der Aufsichtsrat der Bank kam am Mittag zusammen, um über die Pläne zu beraten. Sie erwarte keine konkreten Ergebnisse von der Sitzung, sagte Ludwig, die vor allem den Sparkassen einen „Schlingerkurs“ vorwarf. Noch immer sei nicht klar, welches Geschäftsmodell die Verbundbank genau haben solle und wie viele Beschäftigte zu dem neuen Institut wechseln könnten. Es gebe in den Gesprächen über die Zukunft der Bank „viel zu viele Entscheidungsträger“, kritisierte sie.

„Griechenland wird mit Geld versorgt - und hier geht eine Bank zugrunde, die es verdient hat, weiter zu machen.“ Die Gewerkschaft Verdi verhandle derzeit mit der WestLB über einen Vertrag zur Beschäftigungssicherung, teilte der Betriebsrat mit. Dieser solle eine Laufzeit von fünf Jahren haben, sagte Ludwig. Er solle auch die Rechte der Mitarbeiter sichern helfen, die zur Verbundbank wechseln. Ludwig forderte erneut einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen

Von

rtr

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