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27.08.2012

14:11 Uhr

Laut Medienbericht

Deutsche Bank führt strengere Boni-Regeln ein

Schluss mit den Bonus-Exzessen: Die Deutsche Bank will neue Boni-Regeln erlassen und kann damit ihren Mitarbeitern Zuschläge streitig machen. Damit wäre die Deutsche Bank das erste Institut, das solche Regeln einführt.

Das Logo der Deutschen Bank. AFP

Das Logo der Deutschen Bank.

LondonDie Deutsche Bank legt die Latte bei Bonuszahlungen für Neuzugänge von anderen Geldhäusern höher. Seit Jahresbeginn kann ihnen die Bank bei Misserfolgen auch jene Aktien nachträglich wieder entziehen, die sie beim Einstieg bei der Deutschen Bank erhalten haben, wie ein Sprecher am Montag erläuterte.

Das sei ein Teil des "Kulturwandels", den sich die Bank auf die Fahnen geschrieben hat. Die "Financial Times" berichtete, die Deutsche Bank sei die erste Großbank, die derart strenge Regeln erlassen habe. Personalberatern zufolge könnte ihr das die Anwerbung von hochrangigen Bankern erschweren.

Die Bank hatte Ende Juni erklärt, sie wolle sich an die Spitze eines Wandels in der Investmentbank-Branche setzen. Dabei gehe es auch darum, die teils exorbitanten Gehälter der Branche auf ein Normalmaß zu reduzieren. Sie hoffe, damit stilprägend auch für andere Banken zu werden.

In der Vergangenheit hatte die Deutsche Bank in der Branche den Ruf, mit hohen Gehältern Führungs- und Nachwuchskräfte von Konkurrenten abzuwerben. Von der Neuregelung betroffen sind rund 1300 Mitarbeiter, die als "Risikoträger" gelten. Nur ein Teil von ihnen hat allerdings in den vergangenen Jahren den Arbeitgeber gewechselt.

Seit 2009 werden auf Druck der Regulierer in vielen Banken die Leistungsboni nicht mehr vollständig nach dem Jahresende ausgezahlt. Ein Teil davon wird nun auf die folgenden Jahre verteilt, um besser kontrollieren zu können, ob die mit einem Bonus belohnten Erfolge und Leistungen sich als nachhaltig für die Bank erwiesen haben oder ob ihr langfristig womöglich sogar Schaden entstanden ist. Mit den Skandalen um Geldwäsche und die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor könnte zahlreichen Managern eine Rückforderung drohen.

Die verzögerten Anwartschaften auf Boni stellen Banker beim Wechsel des Arbeitgebers vor Probleme, weil diese in der Regel verfallen. Als Entschädigung - oder Lockmittel - erhalten sie dafür zumeist Aktien des neuen Arbeitgebers. Bei der Deutschen Bank können ihnen nun auch diese später wieder entzogen werden, wenn der Banker oder das Institut in den folgenden Jahren schlecht wirtschaftet.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Curium

27.08.2012, 09:00 Uhr

Sehr gut, endlich ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Es scheint, dass seit dem Abgang von Sepp Ackermann ein neuer (besserer) Geist in die Chefetage der Deutschen Bank eingezogen ist. Gut so. Die UBS und die CS etc. sind aufgefordert, umgehend das Gleiche zu tun.

black

27.08.2012, 09:30 Uhr

Ich höre immer Boni, Boni, Boni...wofür kriegen die Banker eigentlich Ihr Grundgehalt? Für Anwesenheit? Man sollte derartige Banken als Kunde glatt boykottieren.

Allein der Umstand das Boni selbst bei verlustgeschäften oft gezahlt wird; frei nach dem Motto: "Danke; ohne Ihre Arbeit wäre das Geschäft noch schlechter ausgegangen."

Eine absolute Idiotie.

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