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19.12.2013

18:14 Uhr

LBLux

BayernLB verkauft Teile der Luxemburg-Tochter

Die BayernLB stößt das Privatkundengeschäft ihrer Luxemburger Tochter LBLux ab. Doch das könnte erst der Anfang eines Benelux-Ausverkaufs sein: Das Firmenkundengeschäft könnte bald folgen.

Im laufenden Jahr hat die BayernLB bereits die Wohnungsbaugesellschaft GBW, die bulgarische Unionbank, ein Aktienpaket an der Lufthansa sowie Anteile an der SaarLB und dem Leasingfonds-Anbieter KGAL verkauft. dpa

Im laufenden Jahr hat die BayernLB bereits die Wohnungsbaugesellschaft GBW, die bulgarische Unionbank, ein Aktienpaket an der Lufthansa sowie Anteile an der SaarLB und dem Leasingfonds-Anbieter KGAL verkauft.

FrankfurtDie BayernLB gibt Teile ihrer Luxemburger Tochter LBLux ab. Das Privatkundengeschäft des Instituts werde an die Privatbank Banque de Luxembourg verkauft, erklärte die zweitgrößte deutsche Landesbank am Donnerstag. Über die Veräußerung des Firmenkundengeschäfts, des zweiten Standbeins der LBLux, verhandelt die Bank noch. „Hier laufen die Gespräche“, sagte ein Sprecher des Instituts.

Die LBLux, die zuletzt auf eine Bilanzsumme von knapp fünf Milliarden Euro kam, gehört seit den 70er-Jahren zur BayernLB. Die Landesbank, die in der Finanzkrise vom Staat gerettet wurde, muss auf Druck der EU-Kommission jedoch schrumpfen und zahlreiche Beteiligungen verkaufen, darunter bis Ende 2014 auch die LBLux.

Die Baustellen der BayernLB

EU-Verfahren

Bayern hat seine Landesbank nach der Finanzkrise 2008 mit zehn Milliarden Euro stützen müssen. Im Gegenzug machte die EU der Bank und dem Freistaat Auflagen in einem Beihilfeverfahren. Das Verfahren war Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Auflagen, durch die die Bank vor allem kleiner und weniger risikoanfällig gemacht werden soll, sind noch nicht alle erfüllt. Bis 2019 muss die Bank unter anderem noch rund fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an Bayern zurückzahlen. Gut 900 Millionen davon hat sie bereits abgestottert.

Streit mit der HGAA

Es war ein milliardenteurer Fehlkauf: Die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 entwickelte sich zu einem Alptraum. Ende 2009 musste die HGAA an Wien zurückgegeben werden. Die Banken streiten weiter und verklagen sich gegenseitig.

HGAA-Desaster vor Gericht

Ebenfalls vor Gericht wird um Schadenersatz für das Debakel gerungen. Der Aufsichtsrat der BayernLB verklagte bereits 2011 den früheren Vorstand der Bank auf 200 Millionen Euro. Da die Rolle der Vorstände auch strafrechtlich noch nicht geklärt ist, dürfte das noch eine Weile dauern. Die BayernLB selbst verklagte zwei frühere Aufseher, nämlich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den früheren Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser auf 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Die Staatsanwaltschaft und die HGAA

Auch strafrechtlich soll das Debakel um die HGAA Konsequenzen haben - fordert zumindest die Staatsanwaltschaft München I. Die ermittelte lange gegen die früheren Vorstände der Bank und erhob bereits im Mai 2011 Anklage wegen Untreue. Anfang August dann der Knall: Das Landgericht München ließ die Klage in weiten Teilen nicht zu - und machte klar: eine Pflichtverletzung oder gar Untreue sei bei den Vorständen nicht zu erkennen. Der Ausgang ist offen, das Oberlandesgericht München prüft noch immer die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichtzulassung der Anklage.

Im laufenden Jahr hat die BayernLB bereits die Wohnungsbaugesellschaft GBW, die bulgarische Unionbank, ein Aktienpaket an der Lufthansa sowie Anteile an der SaarLB und dem Leasingfonds-Anbieter KGAL verkauft. „Wir haben im Jahr 2013 im hohen Tempo den Abbau von Nicht-Kernaktivitäten vorangetrieben und damit zahlreiche Verpflichtungen aus dem EU-Beihilfeverfahren bereits erfüllt“, sagte BayernLB-Chef Gerd Häusler. Zum Verkaufspreis des „gut aufgestellten Privatkundengeschäfts der LBLux“ äußerte er sich nicht.

Von

rtr

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