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04.07.2012

14:16 Uhr

Libor-Manipulation

Barclays beschuldigt die Zentralbank

Der Libor-Skandal weitet sich auf staatliche Stellen aus. Barclays beschuldigt die britische Zentralbank, von den Manipulationen gewusst zu haben. Ex-Chef Bob Diamond muss vor Gericht aussagen.

Polizisten bewachen eine Barclays-Filiale in London: Was wusste die Bank of England? Reuters

Polizisten bewachen eine Barclays-Filiale in London: Was wusste die Bank of England?

LondonDer Streit um Manipulationen beim Libor-Zinsatz in der Londoner City weitet sich auf staatliche Stellen aus. Vor einem Auftritt des zurückgetretenen Barclays-Chefs Bob Diamond vor dem Finanzausschuss des Parlaments lancierte die Bank Unterlagen, wonach die Zentralbank von künstlich nach unten regulierten Zinssätzen gewusst habe.

So soll der stellvertretende Zentralbankchef Paul Tucker am 28. Oktober 2008 per Telefon eine Empfehlung des damals Labour-geführten Finanzministeriums an Diamond - damals Chef des Investmentbankings - weitergegeben haben. Barclays legte Unterlagen vor. Demnach soll Tucker gesagt haben: „...es muss nicht immer der Fall sein, dass wir so hoch erscheinen, wie wir das bisher waren...“. Vom Tag des Gesprächs an fiel der Liborsatz rapide. Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen.

Mit Spannung wurde erwartet, ob Diamond bei der Anhörung im Finanzausschuss weitere Vorwürfe gegen die damalige Regierung von Premierminister Gordon Brown und gegen die Zentralbank erhebt. Der Skandal um die Zinsmanipulation hat auch Vorstandsmitglied Jerry del Missier den Job gekostet. Neben Barclays sind auch weitere Banken aus Europa, USA und Asien im Visier der Aufsichtsbehörden, darunter auch die Deutsche Bank.

Von

dpa

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