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25.02.2016

18:04 Uhr

Libor, Monte dei Paschi, Gold

Bafin beendet Sonderprüfungen bei Deutscher Bank

Die Finanzaufsicht wird der Deutschen Bank nach Prüfung diverser Geschäftspraktiken keine weiteren Vorgaben machen. Auch seien keine weiteren Maßnahmen gegen frühere oder aktuelle Vorstände notwendig, so das Institut.

Erleichterung bei der Deutschen Bank: Jahrelang währende Untersuchungen der deutschen Finanzaufsicht sind abgeschlossen. dpa

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Erleichterung bei der Deutschen Bank: Jahrelang währende Untersuchungen der deutschen Finanzaufsicht sind abgeschlossen.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat am Donnerstagabend mitgeteilt, dass die Finanzaufsichtsbehörde Bafin „wesentliche Sonderprüfungen“ abgeschlossen habe. Diese hätten umstrittene Praktiken im Umgang mit Interbanken-Zinssätzen (z.B. „Libor“), Geschäfte mit der italienischen Bank Monte dei Paschi sowie den Edelmetallhandel umfasst.

Laut Deutscher Bank erachtet es die Bafin „demnach nicht als notwendig, weitergehende Maßnahmen aus den abgeschlossenen Sonderprüfungen gegen die Deutsche Bank oder einzelne frühere und gegenwärtige Mitglieder des Vorstands zu ergreifen“.

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Die bereits erfolgten Veränderungen und die von der Bank „ergriffenen und geplanten weiteren Maßnahmen“ seien als ausreichend erachtet worden, schrieb die Deutsche Bank. Im vergangenen Jahr hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner den Vorstand umgebaut und im Zuge der Bafin-Ermittlungen zumindest in Zwischenberichten belastete leitende Angestellte und Vorstände ausgetauscht. Die Bonner Behörde bestätigte am Donnerstagabend, dass sie alle wesentlichen Sonderprüfungen bei Deutschlands größtem Geldhaus abgeschlossen habe. Darüber hinaus wollte sich eine BaFin-Sprecherin nicht äußern.

Seit Juli vergangenen Jahres führt der Brite John Cryan als Co-Chef die Bank. Er sagte, dass das Institut weiter daran arbeite, „die Anforderungen der Bafin und anderer Aufsichtsbehörden zu erfüllen.“

Das Geschäftsjahr 2015 der Deutschen Bank (I)

Erträge

33,5 Milliarden Euro.

Zinsunabhängige Aufwendungen

38,7 Milliarden Euro.

Jahresergebnis

6,8 Milliarden Euro Verlust nach Steuern.

Harte Kernkapitalquote

11,1 %.

Verschuldungsquote

3,5%.

Die Bank hat unter anderem wegen Manipulationen von Interbankenzinssätzen Milliardenstrafen gezahlt und Mitarbeiter suspendiert. Die Bafin habe anerkannt, „dass der Vorstand der Bank die geübte Kritik ernst nimmt und ein klares Bekenntnis dazu abgelegt hat, die Defizite aufzuarbeiten.“

Das Geschäftsjahr 2015 der Deutschen Bank (II)

Erträge aus Corporate Banking & Securities

14,2 Milliarden Euro.

Erträge aus Private & Business Clients

8,9 Milliarden Euro (nach Wertminderung von 0,7 Milliarden Euro auf die Beteiligung der Huaxia Bank).

Erträge aus Global Transaction Banking

4,6 Milliarden Euro.

Erträge aus Deutsche Asset & Wealth Management

5,4 Milliarden Euro.

Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert

5,8 Milliarden Euro.

Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten

5,2 Milliarden Euro.

Restrukturierung/Abfindungen

1,0 Milliarden Euro.

Von

mdo

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