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28.05.2013

11:33 Uhr

Libor-Skandal

Bankaufsicht macht einzelne Händler verantwortlich

Die Manipulation wichtiger Leitzinssätze alarmierte auch die Bankaufseher der Bafin. Die Sonderprüfungen zeigen nun, dass nur einzelne Händler beteiligt waren. Die Bafin sieht keine Hinweise auf ein kriminelles System.

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König. dpa

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König.

BonnBei deutschen Banken sind wohl nur einzelne Händler an der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze beteiligt gewesen. „Bislang sieht es in Deutschland nicht so aus, als hätten wir es mit systematischer Kriminalität zu tun“, sagte Elke König, die Chefin der Finanzaufsicht Bafin, am Dienstag in Bonn. „Es scheint eher um einzelne Händler zu gehen.“ Zudem hätten Schwächen in den Organisationen die Manipulation möglich gemacht. Die Bafin habe die Banken deshalb bereits 2012 veranlasst, für organisatorische Mindeststandards zu sorgen.

Die Bafin hat im vergangenen Jahr mehrere Sonderprüfungen bei Banken eingeleitet, die an der Erhebung der Referenzzinssätze Euribor und Libor beteiligt sind, unter anderem bei der Deutschen Bank. Die Bafin untersucht dabei unter anderem, wer wann und wie viel von den mutmaßlichen Manipulationen wusste. Die endgültigen Ergebnisse der Sonderprüfungen lägen noch nicht vor, sagte König. Im April hatte Reuters aus Regierungskreisen erfahren, dass die Aufsicht die Prüfung bei der Deutschen Bank noch einmal intensivieren werde. Sie habe Zweifel an der internen Untersuchung des Instituts, die unter anderem Co-Chef Anshu Jain und den restlichen Vorstand entlastet hat.

Die großen deutschen Banken machen aus Sicht der Bafin außerdem Fortschritte bei der Schaffung von dickeren Sicherheitspolstern. Bei den Vorbereitungen auf die härteren Kapitalvorschriften nach Basel III habe sich der positive Trend fortgesetzt, sagte Bafin-Chefin König. „Seit dem letzten Basel-III-Monitoring zum Stichtag 30. Juni 2012 ist der prognostizierte Bedarf an hartem Kernkapital bei vollständiger Implementierung von Basel III für die deutschen Großbanken weiter gesunken - und zwar von rund 32 auf 14 Milliarden Euro.“ Dies gehe aus vorläufigen Zahlen zum Stichtag 31. Dezember 2012 hervor.

„Die regulatorischen Kernkapitalquoten der deutschen Großbanken sind stabil und reichen von zehn bis 18 Prozent“, sagte König. Das gelte auch für die Verbünde. Die Kernkapitalquote der Genossenschaftsbanken liege im Durchschnitt bei 11,2 Prozent, die der Sparkassen bei 13,6 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Observer

28.05.2013, 12:33 Uhr

Neiiiiiinnn, kein kriminelles SYSTEM, sondern nur Einzeltaeter, klar doch, alle Buerger verstehen das!

AllesSuper

28.05.2013, 12:53 Uhr

Ja klar, da telefonieren Mitarbeiter aus 10 oder 12 Banken miteinander und treffen Absprachen nur um sich danach zuhause zu freuen das sie den Bankkunden betrogen haben. Die frage wer seinen Nutzen daraus gezogen hat wird erstmal gar nicht gestellt. Man lässt lieber die Bank selbst ermitteln, prima. Vielleicht sollten andere Kriminelle auch bald die Ermittlungen selbst durchführen und das Ergebniss dann der Polizei übergeben. Und Überraschung die stellt dann laut Aktenlage fest, eindeutig unschuldig.

Mazi

29.05.2013, 09:54 Uhr

Geht es jetzt Draghi oder Schäuble an den Kragen? Oder gar beiden?

Die größte Manipulation der Zinssätze haben wohl diese Herren zu vertreten. Wo gibt es denn so etwas, dass Pleitestaaten kaum noch Kreditzinsen zahlen müssen?

Wie kann es sein, dass eine Notenbank, die griechische Notenbank, aktuell in großem Stil Goldpositionen aufbaut?

Wenn das System so kaputt ist, wer will dann noch sagen was denn richtig ist?

Frau König möge sich ihrer früheren Klientel, den Versicherungen annehmen und dort aufräumen. Wie an jetzt fälligen Lebensversicherungen ersichtlich, ziehen sie die Kunden mächtig über den Tisch. Man lese dazu u.a. die jüngsten Beiträge bei HANDELSBLATT ONLINE.

Nicht, dass ich die Manipulationen rechtfertige. Nein, ich plädiere dafür, dass die anderen Betrüger ebenfalls belangt werden und Frau König frage ich, weshalb sie denn diese wichtigen Zinsindikatoren nie zuvor geprüft hat?

Die BaFin und ihre Arbeitsweise bedarf selbst einer dringenden Revision und personeller Konsequenzen. Der Fall Herstatt hatte 1974 schon gezeigt, dass die Behörde nicht weiß, was überhaupt in dem Markt abgeht, den sie zu überwachen hat.

Die BaFin möge nur einmal die Anzahl und Volumen des Derivategeschäfts in Deutschland veröffentlichen. Wenn ich nicht falsch informiert bin, hatte sie diese Erhebung dieser Zahlen in den 90igern eingestellt.

Bei der BaFin selbst ist Handlungsbedarf!

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