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15.07.2012

17:23 Uhr

Libor-Skandal

Deutsche Bank sichert sich Kronzeugenstatus

Die Deutsche Bank hat sich im Libor-Skandal einen Kronzeugenstatus bei der EU und in der Schweiz gesichert, so heißt es in einem Medienbericht. Nun hofft das Insitut auf eine geringere Strafe.

Die spiegelnde Fassade der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. dpa

Die spiegelnde Fassade der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Hamburg/FrankfurtIn der Affäre um Zinsmanipulationen durch Großbanken hat sich die Deutsche Bank Insidern zufolge bei der EU und in der Schweiz den Status eines Kronzeugen gesichert. Mit der bereits im vergangenen Jahr ausgehandelten Regelung bekomme Deutschlands größtes Geldhaus im Falle einer möglichen Strafe einen Nachlass, sagten zwei Personen aus dem Umfeld der Bank der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Sie gehe jedoch nicht mit einem Schuldeingeständnis im Skandal um die Manipulation den Londoner Interbankenzins (Libor) einher.

Unklar ist jedoch wie sich eine Kronzeugenregelung auf die Ermittlungen in den USA auswirkt. Dort sind die Ermittlungen schon weit fortgeschritten.

Andere in den Skandal verstrickte Banken wie etwa die Schweizer UBS haben in verschiedenen Ländern ebenfalls Kronzeugenstatus erhalten. Die "New York Times" berichtete am Wochenende, das US-Justizministerium bereite in der Affäre Strafverfahren gegen mehrere Banken und einige ihrer Angestellten vor.

Über die Kronzeugenregelung für die Deutsche Bank hatte auch der "Spiegel" berichtet. Demnach habe die Bank die Regelung bei der EU-Kommission schon 2011 beantragt und nun kürzlich erlangt. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern.

Einer ganzen Reihe von internationalen Großbanken - darunter auch JPMorgan, Societe Generale und HSBC - wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Londoner Interbankenzins mit falschen Angaben zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Der Libor wird einmal täglich ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich die Institute untereinander Geld leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Banken und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar. Ein Untersuchungsausschuss des Parlaments in London befasst sich derzeit mit der Aufklärung des Skandals und der Frage, wie viel die Aufseher von den Zinsmanipulationen wussten.

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Als erstes Geldhaus hatte Barclays Fehlverhalten einiger Händler eingeräumt. Die britische Großbank wurde von Behörden in den USA und Großbritannien zu einer Strafe von einer halben Milliarde Dollar verdonnert, die Führungsspitze musste gehen. Die Einigung schützt die Händler der Bank aber nicht vor Strafverfolgung.

Kommentare (24)

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DrCoaleonesErbengemeinschaft

15.07.2012, 18:27 Uhr

Endlich kann da gesagt werden. Lügen haben kurze Beine, im Falle der Deutsche Bank eine umso höhere Qualität, sollten Sie sich einmal darüber hermachen, was 1998 in Brüssel so geschah. Schon zu dem ZEITpunkt hätte es den Granden gut zu Gesicht gestanden für die wahrheitsliebende Bevölkerung einzutreten.

Nebenkläger auf einem Schauplatz, den man selbst beherrschte, das wissen wir nun heute, hat eine ganz andere Qualität. Nur wer waren die Täter und wer die Opfer. Gewiß im Falle der Deutsche Bank wird mit einem "Victory"-Lächeln bezahlt, die Opfer werden nicht behelligt, es könnte doch sein, daß dieselben Forderungen in ungeahnter Höhe einbringen wollen. Echt alternativlos, Frau Merkel.

Wollen wir das denn überhaupt oder besser liquidieren???

Gerhard

15.07.2012, 18:47 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

Account gelöscht!

15.07.2012, 19:58 Uhr

Immer wenn es irgendwo einen Skandal in der Hochfinanz gibt, wenn Menschen über den Tisch gezogen werden, war die Deutsche Bank dabei. Man muss schon ein sehr dickes Fell haben, wenn bei dieser Ganovenbank noch Kunden sein kann! Manche haben ein so dickes Fell, dass sie nicht umfallen, obwohl sie kein Rückgrat haben!

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