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23.08.2014

09:19 Uhr

Libor-Skandal

Deutsche Bank verhandelt mit Ex-Libor-Händlern

Nach dem Libor-Skandal hat die Deutsche Bank vier Libor-Händlern gekündigt. Das Landesarbeitsgericht erklärte die Kündigung für „unverhältnismäßig“. Die Deutsche Bank verhandelt nun weiter mit ihren Ex-Mitarbeitern.

Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal nach Einschätzung von Analysten im operativen Geschäft ihre Talfahrt gebremst. dpa

Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal nach Einschätzung von Analysten im operativen Geschäft ihre Talfahrt gebremst.

FrankfurtDie Vergleichsverhandlungen zwischen vier gekündigten Libor-Händlern und der Deutschen Bank gehen in eine weitere Runde. Nach zwei langen Güterichterterminen am Dienstag und Mittwoch wollen beide Seiten an diesem Montag (25.8.) ihre Gespräche fortsetzen, wie ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts Frankfurt mitteilte.

Einzelheiten zum Verhandlungsstand drangen zunächst nicht nach außen. Der Anwalt der Händler hatte vor Beginn des Güterichterverfahrens erklärt, Ziel seiner Mandaten sei eine Weiterbeschäftigung bei der Deutschen Bank. Es könnte in den Verhandlungen aber schwerpunktmäßig auch um die Höhe möglicher Abfindungen gehen.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Die vier Mitarbeiter waren über Jahre an der Festsetzung der wichtigen Referenzzinssätze Euribor und Libor beteiligt. Die Bank wirft den Männern vor, sich per Chat und E-Mail verbotenerweise auch mit Derivate-Händlern im eigenen Haus ausgetauscht zu haben. Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte geurteilt, die fristlosen Kündigungen seien „unverhältnismäßig“. In der Bank habe es zu dem Bereich damals keine konkreten Richtlinien und Kontrollen gegeben.

Das Landesarbeitsgericht hatte am 18. Juli eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um unter Moderation eines Richters eine Lösung zu finden. Scheitert das Güterichterverfahren, wird das Gericht am 19. September erneut über die Klagen der Händler gegen ihre fristlose Entlassung verhandeln (Az.: 14 Sa 1328/13 bis 14 Sa 1331/13).

Von

dpa

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