Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2013

22:52 Uhr

Libor-Skandal

Deutsche Bank weitet interne Untersuchungen aus

VonPeter Köhler, Michael Maisch

ExklusivIn der Affäre um manipulierte Referenzzinsen verstärkt das Geldhaus seine internen Untersuchungen. Rund 50 Mitarbeiter sollen hierzu befragt werden. Die Bank wollte die Information nicht kommentieren.

Verdacht auf Zins-Manipulation

Mitarbeiter-Verhör bei der Deutschen Bank

Verdacht auf Zins-Manipulation: Mitarbeiter-Verhör bei der Deutschen Bank

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDie internen Ermittlungen der Deutschen Bank in der Affäre um die Manipulation wichtiger Referenzzinsen gehen in eine neue Runde. Wie das Handelsblatt (Montagausgabe) aus Finanzkreisen erfuhr, wurden jetzt rund 50 Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses zu Gesprächen eingeladen.

Die Interviews sollen in der vergangenen Woche begonnen haben und sich über die kommenden Tage und Wochen erstrecken. Dabei können die betroffenen Mitarbeiter auf eigenen Wunsch sowohl Zeugen als auch Rechtsanwälte zu den Gesprächen hinzuziehen, sagt ein Insider. Ein Sprecher der Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Seit Monaten untersucht der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young E-Mails und elektronische Chats innerhalb des Instituts, um mögliche Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Finanzkreisen zufolge geht die Vertiefung der Untersuchung auf die Ergebnisse dieser Prüfung zurück.

Weltweit gehen die Aufseher dem Verdacht nach, dass Händler von gut einem Dutzend Banken Referenzzinsen wie den Libor oder den Euribor manipuliert haben. Bislang verhängten die Aufseher in der Affäre gegen eine Reihe von Instituten Geldstrafen von 2,6 Milliarden Dollar.

Auch gegen die Deutsche Bank wird ermittelt. Finanzkreise gehen davon aus, dass die Deutsche Bank bis Ende des Jahres noch einmal einen dreistelligen Millionenbetrag für diverse Rechtsrisiken zurücklegen muss. Das deckt sich mit den Einschätzungen der Analysten.

Die Experten von JP Morgan gehen davon aus, dass die Bank im dritten Quartal für juristische Risiken noch einmal Rückstellungen von 400 Millionen Euro bilden wird, zu denen im vierten Quartal weitere 300 Millionen hinzukommen könnten. Bislang hat die Bank für Rechtsstreitigkeiten drei Milliarden Euro beiseite gelegt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

TheoLingen

21.10.2013, 09:38 Uhr

Welch ein Witz…

Ein Verbrechersyndikat (Ihre Informationsquelle “Finanzkreise”) ermittelt gegen sich selbst.

Zitat: …50 Mitarbeiter werden zu Gesprächen “eingeladen”… Da muss man ja nicht hingehen!

Bin noch nicht einmal auf das Resultat gespannt… reine Augenwischerei.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×