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17.12.2012

10:13 Uhr

Libor-Skandal

UBS muss mit 1,6 Milliarden Dollar Strafe rechnen

Auf die UBS könnte im Libor-Skandal eine Strafe von 1,6 Milliarden Dollar zukommen. Es wäre die höchste jemals von der Schweizer Bank geleistete Strafe – und deutlich mehr als die britische Barclays zahlen musste.

Weihnachtslichter am Gebäude der UBS in Zürich. Reuters

Weihnachtslichter am Gebäude der UBS in Zürich.

ZürichDie UBS AG steht offenbar vor einer Vergleichszahlung von 1,6 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. Euro). Damit will die Schweizer Bank die Vorwürfe des amerikanischen Justizministeriums, der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der britischen Finanzmarktaufsicht Financial Services Authority (FSA) und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) beilegen, erklärte eine mit den Untersuchungen vertraute Person gegenüber Bloomberg.

Die Bank werde einräumen, dass 36 Händler zwischen 2005 und 2010 den Zinssatz Libor manipuliert haben, berichtete der „Tages-Anzeiger“ am Samstag unter Berufung auf nicht näher erläuterte Kreise. Am Donnerstag wurde berichtet, dass der Vergleich mit den amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden die UBS etwa eine Milliarde Dollar kosten dürfte.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Eine Ankündigung könne bereits am Dienstag kommen. Sollte sich die Zahlung auf die nun genannten 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) belaufen, wäre es die höchste jemals von der UBS geleistete Strafe. Eine Zahlung dieser Größenordnung entspräche außerdem mehr als dem Dreifachen des Betrags, den die britische Bank Barclays Plc im vergangenen Juni gezahlt hat, als sie die Zahlung von 290 Mill. Pfund (356 Mill. Euro) vereinbarte. Der Zahlung zugrunde lag ein Vergleich betreffend Vorwürfe der Libor-Manipulation durch ihre Mitarbeiter.

Im Rahmen der Ermittlungen wollen die US-Behörden Anklage gegen mehrere Banker erheben, wie eine andere mit den Vorgängen vertraute Person beschrieb. Dabei geht es um Manipulationen des Tokioter Interbankensatzes. Es wären die ersten Anklagen, die das amerikanische Justizministerium im Zusammenhang mit den Zinssatz-Manipulationen gegen Einzelpersonen erhebt.

Finanzskandale: Wohin die Strafen der Banken fließen

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Die Strafverfolgung soll gemeinsam mit einer Ankündigung von UBS Securities Japan Ltd. beginnen, in der sich die Japan- Tochter der größten Schweizer Bank der Manipulation japanischer Zinssätze ab 2007 schuldig bekennt, erklärte die informierte Person, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Christoph Meier, ein Sprecher der UBS in Zürich, Liam Parker von der FSA und Tobias Lux von der Finma wollten zu der Summe nicht Stellung nehmen.

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