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13.10.2012

10:55 Uhr

Literatur

Wenn Herrhausen in der WG-Küche Kuchen isst

VonClaudia Panster

Tanja Langer war lange Zeit Freundin und besondere Beraterin von Alfred Herrhausen, ehemaligem Chef der Deutschen Bank. In einem Roman beschreibt Langer nun, wie sie als junge Frau dem mächtigen Mann begegnete.

Alfred Herrhausen, ehemaliger Chef der Deutschen Bank, bei einer Pressekonferenz in Stuttgart in den 1980er Jahren. dpa

Alfred Herrhausen, ehemaliger Chef der Deutschen Bank, bei einer Pressekonferenz in Stuttgart in den 1980er Jahren.

Es war kurz nach halb neun Uhr morgens am 30. November 1989, als eine Explosion die Menschen in Bad Homburg rund um den Seedammweg aus ihrer Ruhe riss. Eine Bombe hatte Alfred Herrhausen, den Chef der Deutschen Bank, auf dem Weg ins Büro in den Tod gerissen. Nur wenige Stunden später stand Tanja Langer, damals Neumann, in der Anzeigenabteilung der Berliner "taz" und gab eine Anzeige auf: "In tiefer Trauer um einen unersetzbaren, wundervollen Freund." Alfred Herrhausen war tot.

Der Mann, der das Bild des modernen Bankers wohl mehr prägte als jeder andere Bankchef zu dieser Zeit. Der sich für Transparenz und Ehrlichkeit einsetzte und das begründete mit Sätzen wie: "Weil die Zeiten demokratischer geworden sind, weil die Leute jede Form von Autorität infrage stellen, weil sie die Macht, die wir als Banken haben, kritisieren. Wir müssen ihnen offenlegen, welche Interessen wir verfolgen." Eine, die ihn zu solchen Ansätzen inspirierte, war Tanja Langer.

Jetzt, knapp 23 Jahre danach, hat sie ein Buch über ihre ungewöhnliche Beziehung geschrieben. Ein Buch über Tanja und Alfred, die in "Der Tag ist hell, ich schreibe dir" Helen und Julius heißen. Als Helen ihm das erste Mal begegnete, war sie neunzehn. "Ich trug mein helles Haar lockig und die Röcke kurz, ich stand kurz vorm Abitur und konnte es kaum erwarten, mein Elternhaus und die Stadt zu verlassen." Ihre Strumpfhose war petrolgrün an diesem Abend, sie trug einen Minilederrock und einen Schlabberpulli.

Julius dagegen, 52, hatte gut geschnittenes, braunes Haar, ein weißes Tuch in der Brust-Tasche und trug als Einziger auch eine Weste. Es war das Jahr 1982. Sie, Schülerin, politisch links orientiert, arbeitete nebenbei in einer Ökobäckerei. Er, ein Spitzenbanker. Helen und Julius, zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Und doch war dieses erste Aufeinandertreffen der Beginn einer ungewöhnlichen, bemerkenswerten Freundschaft. Lange hatte Langer versucht zu verdrängen. Erst durch den Besuch eines Journalisten, der zum 15. Todestag Herrhausens mit ihr sprechen wollte, holte sie ihre Erinnerung wieder hervor, auch das Päckchen Briefe, das Herrhausens Frau ihr aus dem Nachlass gegeben hatte.

Langer traf Angehörige, Schulkameraden, sprach mit Journalisten, sichtete Stasiakten. Bis sie die Briefe las, das "sollte noch eine ganze Weile dauern, bevor ich sie wirklich las, drei Jahre fast, bis ich anfing, sie zeitlich in meinem Gedächtnis einzureihen, und als wollte ich gegen die zerstörte Limousine, die in allen Zeitungen noch einmal abgebildet worden war, als wollte ich gegen dieses Bild des Todes angehen". So schreibt sie in dem Buch, das zum Teil aus ihrer Perspektive erzählt, zum Teil in Briefform gehalten ist. Ein Brief an ihren Freund Alfred Herrhausen respektive Julius Turnseck. Briefe waren es, die sie verbanden.

Kommentare (6)

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Adenauer

13.10.2012, 11:47 Uhr

Herrhausen und Rohwedder waren die mysteriösen Morde in der BRD Geschichte, die man einer dritten Generation RAF angehängt hat, welche nie existiert hat.
Herrhausen vertrat zusammen mit Kohl das Krönungskonzept zur europäischen Währung. Ausserdem propagierte er fast schon wie ein Linker einen Schuldenerlass für die dritte Welt. Beim Buback Mord hat noch die Verfassungsschutz Agentin Becker geschossen. Interessant dazu die Zeitzeugenberichte von Bommi Baumann. Während die erste Generation noch vom Verfassungsschutz (Helmut Urbach) mit Waffen versorgt wurde, mußte man sich bei der dritten Generation nicht mehr die Mühe machen Agenten einzuschleusen, da es diese Generation nie gab.

HerrIMHause

13.10.2012, 16:43 Uhr

Berhuhigend daß die Attentäter allesamt gefasst wurden und geständig waren, finden sie nicht? Sicherlich waren das alles Menschen die verstanden haben daß einen Bankraub die versicherung zahlt welche sich dieses Geld per Kontpführungsgebühren und Zinsen von ihrer Kundschaft wiederholen muß, bei Unternehmenskunden eingrpeist in die verbraucherpreise. Sie sagen jetzt villeicht sie kaufen keine aber Investitionsgüter der Geschäftskunden einer Bank aber schlußendelich kaufen Sie im Supermark Lebensmittel die Mittels Investitiosngütenr (Traktor/Mähdräscher) hergestellt wurden.

Adenauer

13.10.2012, 22:19 Uhr

Zu den Attentätern von Herrhausen und Rohwedder gibt es keine Spur. Die genze dritte Generation ist ohne konkreten Verdacht und hat perfekt zugeschlagen. Es gibt kein Geständnis. Der Urbach hieß Peter nicht Helmut, sorry, kann man bei Wiki nachlesen. Ich wage die These, dass es keinen Terrorismus ohne staatliche Beteiligung gibt! Weltweit!

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