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26.08.2014

19:38 Uhr

Lizenz entzogen

Argentinien rächt sich an New Yorker Bank

Sie wollten zahlen, konnten aber nicht: Argentiniens Regierung stolperte im Juli bezüglich Forderungen einiger Gläubiger über die Blockade durch einen US-Anwalt und die New Yorker Bank Mellon. Die soll nun büßen.

Sie will sich nicht mehr länger hinhalten lassen und verlegt den Zahlungsort künftig nach Argentinien: Staatschefin Christina Kirchner. Reuters

Sie will sich nicht mehr länger hinhalten lassen und verlegt den Zahlungsort künftig nach Argentinien: Staatschefin Christina Kirchner.

Buenos AiresArgentinien hat der Bank of New York Mellon (BNYM) die Lizenz entzogen. Das Geldhaus kann damit keine Geschäfte mehr in dem südamerikanischen Land machen. Die Maßnahme sei getroffen worden, weil das Institut in seiner New Yorker Zentrale im Juli 539 Millionen Dollar blockiert habe, die an Gläubiger argentinischer Staatsanleihen überwiesen werden sollten, erklärte am Dienstag Kabinettschef Jorge Capitanich auf einer Pressekonferenz.

Die BNYM habe ihre vertragliche Verpflichtung als Zahlungsagent Argentiniens nicht eingehalten, so Capitanich. Die Bank hat allerdings ohnehin keine Filialen, sondern nur eine Vertretung in Buenos Aires. Die BNYM hatte das Geld auf Anordnung des US-Bezirksrichters Thomas Griesa einbehalten.

Griesa hat die Auszahlung verboten, solange Argentinien die Hedgefonds NML Capital und Aurelius nicht bedient hat. Die Fonds klagten erfolgreich auf 1,65 Milliarden Dollar an alten Anleiheschulden, die aus der Staatspleite vor 13 Jahren stammen. Danach hatte Argentinien seine Gläubiger zum Forderungsverzicht gedrängt. Die Hedgefonds beteiligten sich aber nicht.

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Ein Teil der Anleihehalter Argentiniens konnte wegen der Zahlungsblockade Ende Juli fällige Zinsen nicht kassieren. Die argentinische Regierung hat im Parlament eine Gesetzesvorlage eingereicht, um den Zahlungsort der Auslandsschuld nach Buenos Aires zu verlegen und so die Verfügung Griesas beim nächsten Zahlungstermin am 30. September zu umgehen.

Eine zweite Gruppe von Hedgefonds, darunter die bekannten Großinvestoren George Soros und Kyle Bass, haben derweil laut US-Medien ein Gerichtsverfahren gegen BNYM in London eröffnet. Die Spekulanten klagen dort demnach auf die Auszahlung argentinischer Staatsanleihen unter englischem Recht. Zahlungsagent ist dort ebenfalls BNYM.

Soros Fonds Quantum Partners tauchte dem Finanzdienst Bloomberg zufolge in jüngst veröffentlichten britischen Gerichtsunterlagen auf. Soros, Bass und Co fordern das zuständige Gericht in London auf, BNYM zur Auszahlung ihrer Anleihezinsen zu zwingen. Damit liegen nun zwei New Yorker Hedgefonds-Legenden wegen argentinischer Anleihen im Clinch - Soros geht mit der Klage auf Konfrontationskurs mit Paul Singer, aus dessen Elliott-Imperium NML Capital stammt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Reiner Blumenhagen

27.08.2014, 07:21 Uhr

Oh toll, jetzt gehen sich die Hedgefonds gegenseitig an die Gurgel - köstlich!

Herr Rene Weiß

27.08.2014, 07:43 Uhr

Auch die argentinischen Sozialisten begreifen es nicht.
Wenn ich mir Geld leihe, muss ich es zurück zahlen. Wieso soll das in Argentinien anders sein?

Herr Klaus Hoffmann

27.08.2014, 11:29 Uhr

"Wenn ich mir Geld leihe, muss ich es zurück zahlen. Wieso soll das in Argentinien anders sein?"


Der Aussage stimme ich zwar zu …

Habe jetzt nicht die genauen Kurse, aber die Hedgefonds leihen Argentinien 30 Dollar, wollen aber 100 Dollar wiederhaben.

OK, der Markt gibt das her.

Aber ist für mich sehr grenzwertig.

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