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24.01.2012

21:05 Uhr

Logo-Änderung

Das Problem mit dem neuen Image der KfW

VonYasmin Osman , Klaus C. Engelen

Die Förderbank will sich für drei Millionen Euro ein neues Logo gönnen. Das Mauerblümchen-Dasein soll ein Ende haben. Einige Verwaltungsräte sind dagegen. Doch der KfW-Chef hält an seinen Plänen fest.

Der Sitz der kfw-Bank in Frankfurt am Main. dpa

Der Sitz der kfw-Bank in Frankfurt am Main.

Frankfurt/BerlinDie staatliche Förderbank KfW mag ja die drittgrößte Bank Deutschlands sein. Gemessen daran kennen allerdings nur relativ wenige Bürger das Frankfurter Institut und seine Fördermöglichkeiten. Dieses Mauerblümchen-Dasein ist dem KfW-Chef Ulrich Schröder ein Dorn im Auge. Deshalb will er der KfW in diesem Frühjahr ein neues Logo und ein neues Erscheinungsbild verpassen. Die Agentur Meta Design soll das neue Erscheinungsbild, das im April vorgestellt wird, entwerfen.

Doch einige Verwaltungsräte der KfW sind verärgert über diese Idee. Denn schließlich soll das neue Logo rund drei Millionen Euro kosten. In den Augen der Bank sind das Peanuts, schließlich lag der Gewinn des Instituts bereits in den ersten neun Monaten 2011 bei 1,5 Milliarden Euro. Indes den Kritikern geht es weniger um absolute Zahlen, sondern um den symbolischen Gehalt.

Laut ausgesprochen hat das auf einer Verwaltungsratssitzung im Dezember aber nur der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider. Im Haushaltsausschuss streite man sich um jeden Euro und die KfW gebe drei Millionen Euro für ein Logo aus, zitieren ihn Sitzungsteilnehmer. Als "überflüssigen Kram" habe er das Ganze bezeichnet. Eine Abstimmung gegen das Logo verlor Schneider dann jedoch. Er wollte sich nicht zu den Inhalten der Verwaltungsratssitzung äußern.

KfW-Chef Schröder sieht das allerdings anders. "Wir haben in der KfW in den vergangenen drei Jahren eine umfangreiche Modernisierung eingeleitet, die nachhaltigere Förderung, stärkere Kundenorientierung, höhere Effizienz und den weiteren Ausbau der Bankprofessionalität zum Ziel hat", sagt der KfW-Chef dem Handelsblatt.

Zu professionalisieren gab es kurz nach dem Amtsantritt Schröders im September 2008 in der Tat so einiges. Damals geriet die KfW als "dümmste Bank Deutschlands" in die Schlagzeilen, weil sie wenige Stunden nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers versehentlich 320 Millionen Euro an die Pleitebank überwies. Seither hat Schröder, damals zwei Wochen im Amt, die Bank umgekrempelt. Das Risikomanagement wurde verbessert, mehr Banker von außen eingestellt und auch sonst versucht die KfW auch solche Anforderungen zu erfüllen, die nur normale Banken erfüllen müssen, nicht aber die KfW.

Kommentare (4)

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WestLB-und-KfW-Geld-Ade

25.01.2012, 00:59 Uhr

KfW-Chef Ulrich Schröder ist eine Blüte aus dem Sumpf der berüchtigten WestLB. Beinahe 25 Jahre wirkte Schröder dort ... den Schuttberg der Pleitebank abzutragen, wird Generationen von Steuerzahlern allerdings noch weit länger belasten.
Nach den langen Jahren in der unseligen WestLB hat Ulrich Schröder genug Stallgeruch angenommen, um als Nachfolger der "kongenialen" Matthäus-Maier an die Spitze der KfW zu rücken.
Zu Amtsantritt erhöhte er sogleich sein Salär auf das Doppelte der Bezüge seiner Vorgängerin.
Nach langem Stieren auf den Schreibtisch, nun also der Befreiungsschlag für die in Griechenland überreichlich investierte KfW:
Ein neues Logo muss her - offenbar zwingend in einer Welt der Arschgeweihe und tatöwierten Präsidentenbräute.

AlbertKlein

25.01.2012, 08:52 Uhr

Ein Logo zu entwickeln kostet keine 3 Mio.

Wenn man jedoch Bekanntheit und Image-Werte für ein Unternehmen steigern möchte, dann sind 3 Mio viel zu wenig, je nach dem welche Bekanntheits- und Image Werte man jetzt hat.

Albert Klein, InsightOut GmbH

roterkaufmann

25.01.2012, 22:48 Uhr

der zinssatz für die neuen öffentlichen mittel für den privaten wohnungsbau in nrw wurden dieses jahr um 0,5% erhöht.

bei einem fördervolumen von 200 millionen euro hätte man diese erhöhung für drei jahre aussetzen können, wenn man die drei millionen für das logo sinnvoll eingesetzt hätte.

aber warum junge, bauwillige familien fördern, wenn es um ein logo geht...

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