Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2005

18:25 Uhr

London lehnt Übernahmeangebot ab

Deutsche Börse macht LSE-Aktionären den Hof

Die Londoner Börse hat das Übernahmeangebot der Deutschen Börse abgelehnt. Es sei „zu niedrig“, sagte eine Sprecherin der London Stock Exchange (LSE) am Donnerstag. Die Deutschen wollen sich nun direkt an die LSE-Aktionäre wenden.

HB FRANKFURT. Der Londoner Konkurrent lehnt das praktisch unveränderte Kaufangebot trotz umfassender Zugeständnisse an den britischen Finanzplatz weiter als zu niedrig ab. Im Kampf um die größte Börse Europas wird nun als nächstes ein Gebot der Vierländerbörse Euronext erwartet. Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, sagte am Donnerstag, schon am Freitag werde eine Präsentationsreihe (Roadshow) bei Anteilseignern und Nutzern der LSE beginnen. „Wir erwägen Veränderungen unseres Angebots, aber das hängt von den Aussagen der Anteilseigner und Kunden ab“, sagte er. Er strebe weiterhin eine Einigung mit der LSE-Spitze an. Dass er sich nun direkt an die Aktionäre der LSE wende, sei kein unfreundlicher Akt gegen das Management der Londoner Börse.

Die Deutsche Börse legte einen umfangreichen Katalog von Vorschlägen für die Umsetzung der Fusion vor und stellte einen Kaufpreis von „mindestens“ 530 Pence je LSE-Aktie in Aussicht. Mit weit reichenden Versprechen wie sinkenden Handelsgebühren, unveränderten rechtlichen Rahmenbedingungen, einer Vertretung im Aufsichtsrat und der Ansiedlung dreier wichtiger Vorstandssitze in der britischen Hauptstadt versucht die Deutsche Börse, die Londoner Marktteilnehmer auf ihre Seite zu ziehen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein rechtlich bindendes Angebot.

Den eigenen Aktionären stellte Seifert vom ersten Geschäftsjahr nach einer Fusion an steigende Gewinne und steigende Dividendenzahlungen in Aussicht. Die Führung der LSE wies das Angebot erneut zurück. Es spiegele nicht den wahren Wert der Londoner Börse wider. Die für die Übernahme nötigen zwei Mrd. € will die Deutsche Börse unter anderem mit einem Kredit aufbringen, den die Deutsche Bank und Goldman Sachs bereit zu stellen bereit wären. Analysten zufolge verfügt die Deutsche Börse über 700 Mill. € an liquiden Mitteln.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×