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08.09.2011

13:18 Uhr

Lone Star

Finanzkrise erschwert IKB-Verkauf

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Durch die Finanzkrise wird der IKB-Eigner Lone Star bei seinen Plänen weit zurück geworfen, das Düsseldorfer Finanzhaus zu verkaufen. Angebote gibt es dennoch - doch die Verhandlungen werden nicht leichter.

Die Zentrale der IKB - Deutsche Industriebank in Düsseldorf. dpa

Die Zentrale der IKB - Deutsche Industriebank in Düsseldorf.

FrankfurtDie Vertrauenskrise unter den Banken und die Verwerfungen an den Kapitalmärkten lassen auch sicher geglaubte Übernahmen in weite Ferne rücken. Jüngstes Beispiel dieser Misere ist der bereits in trockenen Tüchern geglaubte Kauf der Mittelstandsbank IKB durch die französische Großbank BNP. "Der Deal ist bis auf weiteres auf Eis gelegt", hieß es gestern in Verhandlungskreisen. "In der gegenwärtigen Lage traut sich niemand, die Transaktion zu vollziehen", hieß es weiter. Im Moment sei auch nicht absehbar, wann der Kauf endgültig besiegelt werden könnte.

Der derzeitige Eigentümer des Düsseldorfer Kreditinstituts IKB, der amerikanische Finanzinvestor Lone Star, verhandelte zuletzt exklusiv mit den Franzosen. Beim ersten Anlauf war die Beteiligungsgesellschaft Mitte 2010 gescheitert. Der Düsseldorfer Nachbar HSBC Trinkaus & Burkhardt hatte zwar Interesse gezeigt. Die beiden Parteien waren sich jedoch nicht einig geworden. Die Übernahme sei an der Freistellung von Risiken gescheitert, hieß es später. Als Kaufpreis für die IKB war zuletzt etwa eine Milliarde Euro genannt worden, hieß es gestern von einem Insider. Sprecher von BNP und Lone Star wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Die Mittelstandsbank war 2007 das erste deutsche Opfer der Finanzkrise

Die IKB hatte traurige Berühmtheit erlangt, weil sie im Juli 2007 als erste deutsche Bank wegen der Finanzkrise unter der Regie der Bundesregierung gerettet werden musste. Zum Verhängnis geworden waren ihr damals milliardenschwere Investitionen in US-Hypothekenpapiere. Zeitweise war sie im Besitz der staatlichen Förderbank KfW, bevor sie wieder weitergereicht wurde. Die Sanierung der IKB schritt zuletzt langsam voran, zwischen April und Juni dieses Jahres war ein Konzernverlust von 83,3 Millionen Euro angefallen. Damit hatte sich der Fehlbetrag gegenüber dem Vorjahreswert aber um fast 40 Prozent verringert. Bereinigt um Sondereffekte hatte die Bank nach eigenen Angaben sogar sieben Millionen Euro Gewinn gemacht.

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