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02.01.2006

16:56 Uhr

Lone Star schießt Kapital zu

AHBR wird für 2005 Milliardenverlust ausweisen

Die in die Krise geratene Hypothekenbank AHBR rechnet für das abgelaufene Jahr mit einem Milliardenverlust.

HB FRANKFURT. 2005 sei nach vorläufigen Schätzungen ein Fehlbetrag zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro zu erwarten, erklärte das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung. Hintergrund sei die abschließende Realisierung von Verlusten aus belasteten Zinspositionen und die Neubewertung von Kreditbeständen. Die Neubewertung sei nach der Übernahme durch den US-Finanzinvestor Lone Star erfolgt. Lone Star werde der AHBR zu Beginn des Geschäftsjahres 2006 neues Eigenkapital „in angemessener Höhe“ zuführen, hieß es ergänzend.

Lone Star hatte die Bank Anfang Dezember übernommen, nachdem ein zunächst vorgesehener gemeinsamer Verkauf des Immobilienfinanzierers mit der Bausparkasse BHW gescheitert war. BHW wurde schließlich von der Deutschen Postbank gekauft, die sich zugleich von sämtlichen Risiken im Zusammenhang mit AHBR befreien ließ.

Die Rating-Agentur Moody's hatte die Bonitätsbewertung der AHBR-Genussscheine zuletzt auf „Ca“ von „Ba1“ zurückgestuft. Diese Verschlechterung um sieben Noten bedeutet nach den Standards der Ratingagenturen eine akute Gefahr des Zahlungsverzugs.

Die damals mehrheitlich der Gewerkschaftsholding BGAG gehörende AHBR war 2001 wegen Zinsspekulationen in eine Schieflage geraten und wurde von den Eigentümern mehrfach massiv gestützt. Kurz vor der Übernahme durch Lone Star hatte die AHBR selbst die Liquidation nicht ausgeschlossen. Es wäre die größte Bankenpleite seit dem Kollaps der Herstatt-Bank 1974 gewesen.

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