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04.09.2013

03:54 Uhr

Lord-Bürgermeister

London fürchtet bei EU-Austritt Bankenflucht

Schluss mit Finanzhauptstadt? Tritt Großbritannien aus der EU aus, befürchtet der Lord-Bürgermeister von London die Abwanderung vieler Banken. Auch für die Devisenabteilung der Deutschen Bank hat er ein Szenario parat.

Londoner Banker auf dem Weg zur Arbeit: Würde ein EU-Austritt für sie einen Umzug bedeuten? Reuters

Londoner Banker auf dem Weg zur Arbeit: Würde ein EU-Austritt für sie einen Umzug bedeuten?

LondonBei einem Austritt Großbritanniens aus der EU droht London nach Einschätzung eines hochrangigen Banken-Managers die massenhafte Abwanderung internationaler Geldhäuser. "Es besteht das Risiko, dass die Abteilungen für Devisenhandel verlegt werden", sagte der Lord-Bürgermeister von London, Roger Gifford, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Das könnte auf JPMorgan oder die Citigroup ebenso zutreffen wie auf die Deutsche Bank."

Gifford, Großbritannien-Manager für die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken, bekleidet derzeit den eher repräsentativen Posten des Lord Mayor of London. Er tritt vor allem für die Interessen des Finanzdistrikts ein.

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde der 2000-jährigen Handelsgeschichte Londons zuwiderlaufen, sagte Gifford. Mit den Bankabteilungen würde London viele Experten für Finanzen, Rohstoffhandel und Recht verlieren. "Wenn Großbritannien nicht in der Europäischen Union (EU) wäre und es Streitigkeiten mit Deutschland gebe, warum sollten die deutschen Behörden dem Management der Deutschen Bank nicht nahelegen, ihre Abteilungen vor allem für Devisenhandel in Deutschland zu haben statt in London?"

Gifford bläst in dasselbe Horn wie ein hochrangiger Goldman-Sachs-Manager, der am Vortag vor einem Verlassen europäischer Banken im Fall eines britischen EU-Austritts gewarnt hatte.

Der britische Premierminister David Cameron will im Fall seiner Wiederwahl im Jahr 2015 ein Referendum über den Verbleib des Landes in der EU abhalten. Es wird deshalb befürchtet, dass die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt der Gemeinschaft den Rücken kehrt. Umfragen zufolge befürwortet derzeit eine knappe Mehrheit der Briten einen Ausstieg aus der EU.

London ist mit Abstand der wichtigste Finanzplatz der EU und buhlt mit New York um den Titel der Finanzhauptstadt der Welt.

Von

rtr

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 07:12 Uhr

Bankenflucht
Flucht aller Bankster aus der Stadt.
Was wäre daran so schlimm, wenn die Ratten das sinkende Schiff verlassen?
Wenn also ein EU-Austritt zu mehr Demokratie führt, dann sollten wir es den Briten gleich tun und ebenfalls den Austritt aus dieser Sklaven-EU anstreben.

Sahrah Wagenknecht wirbt zur Bundestagswahl mit dem Spruch und ihrer Rede im Bundestag:
Sahra Wagenknecht, DIE LINKE »Wer Demokratie will, muss die Finanzmafia entmachten«
http://www.youtube.com/watch?v=SfgS1mvIyk8

Aber nicht nur Die Linke hat die Ursachen der Missere erkannt, auch die AfD und sogar die NPD.

Vernunft

04.09.2013, 08:03 Uhr

Da haben Sie natürlich vollkommen recht. Die DDR und das dritte Reich haben ja bekanntermaßen auch ausgezeichnet und zum Wohle des Volkes funktoniert. Viel besser als in Freiheit in dieser grausligen EU zu leben. Vielleicht sollten Sie mal durch ein Geschichtsbuch blättern, bevor Sie sich hier geistig erbrechen.

RalphFischer

04.09.2013, 08:11 Uhr

Ich will AUCH darüber abstimmen dürfen. Grummel.

Die Politiker wussten GANZ GENAU, warum Deutschland nie darüber abstimmen durfte....

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