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17.08.2012

07:05 Uhr

Los Angeles

Polizisten sollen Deutsche-Bank-Manager verprügelt haben

VonNils Rüdel

Ein merkwürdiger Fall beschäftigt die Justiz in Los Angeles: Ein Manager der Deutschen Bank behauptet, Polizisten hätten ihn misshandelt. Nun klagt er auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Die Polizei widerspricht.

Polizist in LA: Ein Kollege hat seinen Job offenbar zu ernst genommen. Reuters

Polizist in LA: Ein Kollege hat seinen Job offenbar zu ernst genommen.

New YorkEin leitender Manager der Deutschen Bank in den USA erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei von Los Angeles. Der Banker behauptet, Beamte hätten ihn nach einer Kontrolle gekidnappt, brutal zusammengeschlagen und mit dem Tod bedroht, berichteten mehrere US-Medien. Nun will er das Los Angeles Police Department (LAPD) auf bis zu 50 Millionen Dollar Schadenersatz verklagen.

Brian Mulligan, Vize-Chairman und Geschäftsführer der US-Mediensparte der Deutschen Bank in LA, ist laut „Wall Street Journal“ eine wichtige Figur in Hollywood. Seit mehr als zehn Jahren sei der 53-Jährige für das Geldhaus in der Filmfinanzierung tätig und habe Fernseh- und Kinoprojekte im Volumen von mehreren hundert Millionen Dollar ermöglicht. Davor hatte der Banker demnach hohe Positionen unter anderem bei Fox Television und Universal Pictures bekleidet.

Die Vorwürfe, die Mulligan gegen das LAPD erhebt, wiegen schwer. Demnach sei er in der Nacht des 15. Mai von zwei Polizisten aufgegriffen und in einem Hotel eingesperrt worden, erklärte sein Anwalt J. Michael Flanagan im Interview mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Wenn du abhaust, bist du ein toter Mann“, sollen die Beamten gedroht haben.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Als Mulligan dennoch floh, weil er um sein Leben und um die 5000 Dollar Bargeld fürchtete, die er dabei hatte, hätten die Polizisten ihn entdeckt und dann schwer misshandelt. Bei dem Übergriff habe Mulligan 15 Brüche des Nasenbeins und ein gebrochenes Schulterblatt davongetragen. Zudem leide er an post-traumatischem Stress und habe sich aus Angst vor der Polizei nun Bodyguards zugelegt, sagte Anwalt Flanagan.

Kommentare (32)

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goldeneye

17.08.2012, 07:36 Uhr

Hört sich echt wie ein amerikanisches Film-Drehbuch an!
Wem soll man glauben? Das Papier ist zu schaden, worauf der Bericht steht!

Account gelöscht!

17.08.2012, 07:42 Uhr

Oha, Los Angeles-Polizei macht wirklich Prügel-Privatverhöre im Hotel?
Erinnert an den Thriller "L.A. Confidential"...

Stula

17.08.2012, 08:11 Uhr

Scheint ein neues lukratives Geschäftsfeld für die deutsche Bank werden zu können: Sie lässt ihre Manager verprügeln und erhält dafür Geld. Ich denke, viele der ehemaligen Besitzer von Häusern, die nun der Deutschen Bank gehören, würden ihren noch verhandenen letzten Cent dafür gerne opfern. Endlich mal eine gute Investition möchte fast man sagen.

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