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16.12.2015

11:13 Uhr

Luxemburg

Julius Bär übernimmt Commerzbank-Tochter

Die Schweizer übernehmen die luxemburgische Privatbank Cisal für rund 68 Millionen Euro. Das Institut ist eine Tochter der Commerzbank. Der Kauf soll schon im Sommer 2016 abgeschlossen werden.

Julius Bär kauft die luxemburgische Commerzbanktochter Cisal für rund 68 Millionen Euro. Reuters

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Julius Bär kauft die luxemburgische Commerzbanktochter Cisal für rund 68 Millionen Euro.

Zürich/FrankfurDie Commerzbank zieht einen Schlussstrich unter das Geschäft mit reichen Privatkunden außerhalb Deutschlands. Die luxemburgische Vermögensverwaltungs-Tochter Cisal wird für 68 Millionen Euro an den Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär verkauft, wie beide Institute am Mittwoch mitteilten. Die Commerzbank hatte dort zuletzt ein Kundenvermögen von knapp drei Milliarden Euro verwaltet. Sie will wohlhabende Kunden künftig nur noch aus Deutschland heraus betreuen. Ihre entsprechende Tochter in der Schweiz hatte sie bereits zuvor verkauft. Mit der Übernahme in Luxemburg kommt Julius Bär dort auf ein verwaltetes Vermögen von rund fünf Milliarden Schweizer Franken.

Die Commerzbank-Tochter Cisal hatte in den letzten Monaten Schlagzeilen gemacht, weil die zweitgrößte deutsche Bank dort bis zum Jahr 2008 Kunden half, ihr Geld über Briefkastenfirmen in Panama vor dem Finanzamt zu verstecken. Mit der Staatsanwaltschaft Köln einigte sie sich Insidern zufolge dafür auf ein Bußgeld von 17 Millionen Euro. Die Bank hatte die umstrittenen Geschäfte eingestellt und vor zwei Jahren begonnen, das Steuerthema aktiv zu bereinigen. Heute gilt der Bestand als sauber.

Mit der Vollbanklizenz der Cisal könne Bär in Luxemburg „neue geschäftliche Möglichkeiten wahrnehmen“, sagte Gian Rossi, Nord- und Mitteleuropa-Chef der Bank. Julius Bär übernimmt auch die Mitarbeiter in Luxemburg. Damit holt sich die Schweizer Bank erfahrene IT-Experten ins Haus: Die Commerzbank-Tochter arbeitet bereits mit den Systemen des Software-Anbieters Temenos, auf die auch Bär bei der Erneuerung ihrer Plattformen setzt. Bär will den Zukauf bis zum Sommer 2016 abschließen. Dann werde die neue Tochter sofort zum bereinigten Gewinn beitragen. Allerdings koste die Integration der Commerzbank-Tochter wohl 20 Millionen Euro.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Das Schweizer Bankhaus ist seit längerem auf Wachstumskurs und übernahm bereits das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft von Merrill Lynch. Zuletzt stockte die Bank ihre Beteiligung am italienischen Vermögensverwalter Kairos von knapp 20 Prozent auf nun 80 Prozent auf. Zudem gilt Bär als Kandidat für eine Übernahme der Schweizer Privatbank BSI. Sie gehört zur brasilianischen Investmentbank BTG Pactual, die nach der Verhaftung ihres Firmenchefs im Zuge des Korruptionsskandals beim Ölkonzern Petrobras in Turbulenzen geraten ist. Nur wenige Monate nach der Übernahme will sich die unter Mittelabflüssen leidende BTG Insidern zufolge wieder von der BSI trennen.

Von

rtr

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