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25.02.2015

12:27 Uhr

Luxemburger Offshore-Konten

Steuer-Razzien in Deutschland dauern an

Erst haben Steuerermittler die Zentrale der Commerzbank durchsucht, nun gehen die Razzien auf deutschem Boden weiter. Der Verdacht: Beihilfe zur Steuerhinterziehung mittels Offshore-Konten – mit Luxemburger Hilfe.

Razzia bei der Commerzbank

Im Visier der Steuerfahnder

Razzia bei der Commerzbank: Im Visier der Steuerfahnder

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FrankfurtDie bundesweiten Steuer-Razzien wegen umstrittener Luxemburg-Geschäfte dauern der Staatsanwaltschaft Köln zufolge an. Zu den durchsuchten Objekten wollte Staatsanwältin Carolin Breloer am Mittwoch aber keine Angaben machen. Finanzkreisen zufolge war darunter zumindest am Dienstag auch die Frankfurter Zentrale der Commerzbank.

Mitarbeiter der Luxemburger Tochter stehen im Verdacht, in großem Stil Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Das sorgt bei Anlegern für Verunsicherung. Die Commerzbank-Aktie rutschte bis zum Mittag um zwei Prozent ab und war damit einer der größten Verlierer im Dax.

Auch in der Politik wurden die Nachrichten mit Unverständnis aufgenommen. „Mich wundert bei den Altlasten der Commerzbank schon fast nichts mehr“, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick der Nachrichtenagentur Reuters.

Luxemburger Offshore-Konten: Steuer-Razzia bei der Commerzbank

Luxemburger Offshore-Konten

Steuer-Razzia bei der Commerzbank

Steuerermittler haben am Dienstag Medienberichten zufolge die Zentrale der Commerzbank durchsucht. Es geht um den Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Im Fokus: die Luxemburger Tochter und Offshore-Konten.

„Und von einer Bank mit staatlicher Beteiligung würde ich erwarten, dass sie nicht erst dann mit dem Aufräumen ihrer Altlasten beginnt, wenn der Staatsanwalt an die Türe klopft, sondern von sich aus die verschiedenen problematischen Geschäfte, die vor Einstieg des Staates stattgefunden haben, aufarbeitet.“ Noch ist allerdings nicht klar, ob und in welchem Umfang die Offshore-Geschäfte in diesem Fall den rechtlichen Rahmen verletzen.

Aufgedeckt hatte die Affäre die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung diverse Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden. Über 130 Steuerfahnder und 20 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen. Die Ermittlungen richten sich der Behörde zufolge gegen Steuerpflichtige, die „zum Zwecke der systematischen Hinterziehung von Ertragssteuern sogenannte Offshore-Gesellschaften erworben haben, um ihre bei Luxemburger Banken erzielten Kapital-Erträge zu verschleiern“.

Es sollen demnach auch Selbstanzeigen vorliegen, die eine klare Spur nach Luxemburg legten. Insgesamt 80 Gigabyte Datenmaterial an Interna des Unternehmens Mossack Fonseca Group liegen den Ermittlern vor. Mossack stellt tausenden Kunden weltweit Briefkastenfirmen im finanziell kaum regulierten Panama zur Verfügung.

Kommentare (8)

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Herr Lee Rtasche

25.02.2015, 12:49 Uhr

DA WÄRE NOCH EINE FRAGE ....
Wenn Fr. Breloer, sagen wir mal mit der berittenen Kölner Polizei, nach Luxemburg reitet, um Hr. Juncker zu verhören, welche internationale Behörde wäre da zuvorderst zuständig?
Und warum liest man Stellungnahmen in deutschen Zeitungen nur von Grünen-Politikern, als ob sich alle anderen nicht darum scherten?
DEN BOCK ZUM GÄRTNER GEMACHT.

Herr Manfred Zimmer

25.02.2015, 12:52 Uhr

Jetzt warten wir nur noch auf die Aussage, dass mit der Steuerfahnung auch noch die Bundes-Milliarden gefährdet werden. Deshalb müsse die Fahndung eingestellt werden. ;-)

Herr Manfred Zimmer

25.02.2015, 12:57 Uhr

"Aufgedeckt hatte die Affäre die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung diverse Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden." Wenn die "Süddeutsche" effizienter als Borjans ist, weshalb wird dann sein Ministerium nicht aufgelöst? Es stellt sich die Frage, ob Borjans dann nicht tätig geworden wäre, wenn er kein Feuer unter seinem Hintern gespürt hätte? - Treffen sich zwei Beamte auf der Treppe. Sagt der eine zum anderen: Kannst du auch nicht schlafen?

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