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31.01.2007

13:22 Uhr

Mainzer Landesbank sucht Kundenbetreuer

Chancen für 50-Jährige

VonPeter Köhler

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hat das vergangene Jahr mit einem höheren Gewinn abgeschlossen und plant einen Stellenaufbau zur Betreuung ihrer mittelständischen Firmenkunden. Dafür sucht sie nach Aussagen ihres Vorstandsvorsitzenden Friedhelm Plogmann gezielt erfahrene Mitarbeiter, die gerne auch über 50 sein dürfen.

FRANKFURT. „Wir konzentrieren uns ganz bewusst auf ältere Arbeitnehmer. Im Mittelstand kommen Leute mit Erfahrung gut an, zu forsch auftretende Jungmanager haben es da schwerer“, sagte Plogmann im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Mittelstandsgeschäft sei im laufenden Jahr ein Schwerpunkt der Landesbank. Die Kundenbetreuer, die die Landesbank dafür sucht, wechseln zum Teil von privaten Großbanken nach Mainz, wobei die Nähe zur Finanzmetropole Frankfurt ein Vorteil ist. Insgesamt werde die LRP die Belegschaft 2007 unter dem Strich um 50 Mitarbeiter oder rund vier Prozent aufstocken, sagte Plogmann. Aktuell werden im Konzern rund 1 500 Mitarbeiter beschäftigt.

Die LRP gehört seit Januar 2005 zur größeren Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und wird als Tochter der Stuttgarter geführt. Dabei gewährt der Mutterkonzern nach der weitgehend erfolgten Abgrenzung der Geschäftsfelder relativ viele Freiräume. Im Gegenzug muss das Management der LRP eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent vor Steuern abliefern. Im Geschäftsjahr 2006 habe die LRP voraussichtlich ein Konzernergebnis nach Steuern von deutlich über 100 Mill. Euro erzielt, nach 90 Mill. 2005, sagte Plogmann. Damit habe er die Vorgaben erreicht. Allerdings deutete der Vorstandschef an, dass sie nicht in Blei gegossen seien. Vielleicht sei die Schönwetterperiode für die Banken in zwei Jahren vorbei. Dann werde die LRP auch mal mit einer Eigenkapitalrendite von vielleicht zwölf Prozent vor Steuern auskommen müssen.

Plogmann räumt ein, dass die Finanzierungen für die mittelgroßen Unternehmen derzeit heiß umkämpft sind. Fast alle Landesbanken treten hier bundesweit an und auch die Deutsche Bank und die Commerzbank suchen nach neuen Kunden. Hinzu kommen die ausländischen Großbanken, die vor allem in das obere Marktsegment einsteigen. „Das Geschäft ist nicht einfach, keiner wartet da auf uns“, sagt Plogmann, der seine Karriere bei der Westdeutschen Landesbank Girozentrale startete. Nur Kreditprodukte anzubieten, reiche nicht mehr aus. Wichtig seien die Kombination aus Kreditvergabe mit Eigenkapital- und Anlageprodukten und die strukturierten Finanzierungen. Außerdem brauche man vor allem für das gehobene Mittelstandsgeschäft eine regionale Marktdurchdringung kombiniert mit einer europäischen Strategie, wobei die LRP hier den Vorteil eines Stützpunkts in Luxemburg nutze. Im überregionalen Firmenkundengeschäft haben sich die LBBW und die LRP das Geschäft nach Branchen aufgeteilt. Die Mainzer betreuen beispielsweise die Lebensmittelproduzenten.

„Die LRP war schon immer im Mittelstand unterwegs, andere Landesbanken wie die WestLB haben den Mittelstand als strategischen Fokus dagegen erst wiederentdecken müssen“, sagte Roland Adams, Bankenexperte bei der Beratungsgesellschaft Eurogroup Consulting. Die öffentlich-rechtlichen Institute hätten durchweg ihre Kostenseite optimiert, jetzt brauchten sie echtes Neukundengeschäft.

Früher habe eine Landesbank keine Kunden, sondern nur Geschäftspartner gebraucht, sagte Plogmann. Das habe sich durch den Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien dramatisch gewandelt. Etwa 60 Prozent der Bruttoerlöse kämen heute bei der LRP aus dem reinen Kundengeschäft, Ende der neunziger Jahre seien es nur 35 bis 40 Prozent gewesen. Insgesamt geht das LRP-Management davon aus, dass der Konditionenkampf noch eine Weile anhält. Die Margen würden auch 2007 unter Druck bleiben. 2006 habe man den Wettbewerbsdruck noch über das Wachstum mehr als kompensieren können, erläutert Plogmann. So sei die LRP beispielsweise im US-Immobiliengeschäft gut vorangekommen. Jetzt seien das Frankreich- und das Benelux-Geschäft dran.

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