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07.09.2011

10:50 Uhr

Management-Umbau

Moynihans großes „Massaker“ bei der Bank of America

Bei der Bank of America geht es drunter und drüber. Nachdem Massenentlassungen angekündigt wurden, wird nun das Top-Management radikal umgebaut. Es könnte der letzte große Wurf von Vorstandschef Brian Moynihan sein.

Bank-of-America-CEO Brian Moynihan hat noch einen weiten Weg vor sich, aber nicht mehr viel Zeit. Reuters

Bank-of-America-CEO Brian Moynihan hat noch einen weiten Weg vor sich, aber nicht mehr viel Zeit.

Für Nancy Bush war der gestrige Tag nichts anderes als ein großes “Dienstagnachmittag-Massaker”. Und wenn eine Bank gleich zwei hochrangige Manager schasst und den Einfluss eines dritten extrem beschneidet, dann ist dieser Vergleich der Analystin des Marktforschungshauses SNL Financial wohl auch nicht zu hoch gegriffen. Die Bank of America (BofA) baut ihr Management radikal um. Ein weiteres Zeichen dafür, wie tief das nach Vermögenswerten größte Geldhaus der USA immer noch im Schlamassel steckt.

Wie die Bank of America um die Zukunftsfähigkeit kämpft

Verkauf von Anteilen an chinesischer Großbank

Am 29. August hat die Bank of America den Verkauf von Anteilen an der China Construction Bank für rund 8,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) angekündigt. Sie nutzte die erste Gelegenheit nach dem Ende der Haltefrist, um einen Teil der Aktien zu Geld zu machen und verdiente damit 3,3 Milliarden Dollar. So gewaltig war die Summer aber nicht - angesichts eines Rekordverlusts der größten US-Bank von 8,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

Beteiligung von Investor Buffett

Erst am 26. August hatte die Nachricht vom Einstieg des legendären Investors und Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar die Anleger überrascht - und beruhigt.

Jobabbau

Bank-Chef Brian Moynihan hatte angekündigt, jedes Quartal 1,5 Milliarden Dollar einzusparen. Allein im dritten Quartal bis Ende September sollten 3500 Stellen wegfallen. Der laufende Umbau des Geldhauses könnte insgesamt sogar über 10.000 Beschäftigte den Job kosten, das wäre mehr als jede 30. Stelle.

Warum die Bank of America Sorgen macht

Die Bank of America hatte in der Finanzkrise Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil der Immobilienfinanzierer Kredite viel zu lax vergeben hatte. Hausbesitzer können nun reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen und frühere Geschäftspartner von Countrywide verlangen Schadenersatz. Deshalb muss sich die Bank of America mit massiven Verlusten herumschlagen und ist der zurzeit größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten.

Vergleich wackelt

Wegen des milliardenschweren Hypothekenvergleichs der Bank of America formiert sich immer mehr Widerstand. Am 29. August reichte auch die US-Einlagensicherheitsbehörde FDIC beim US-Bezirksgericht in Manhattan Beschwerde gegen das Abkommen ein. Die Bank of America will den 22 institutionellen Investoren die Rekordsumme von 8,5 Milliarden Dollar zahlen, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu räumen, die auf Countrywide zurückgehen.

Nachdem Bankchef Brian Moynihan bereits einen  dramatischen Stellenabbau von rund 10.000 Stellen angekündigt hat und einen Konzernteil nach dem anderen veräußern will, ist nun also das Management dran. Die für die Vermögensverwaltung zuständige Sallie Krawcheck und  Privatkunden-Chef Joe Price müssen gehen. Mit Krawcheck wird damit eine der großen weiblichen Wall-Street-Hoffnungen auf die Straße gesetzt, die selbst einmal als zukünftige BofA-Chefin gehandelt worden war.

„Heute machen wir einen großen Schritt beim Umbau unseres Unternehmens“, sagte Bankchef Brian Moyniha am Dienstag am Firmensitz in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. Die Zuständigkeiten sollen künftig entlang der Kundengruppen verlaufen: Privatleute und Kleinbetriebe sowie größere Unternehmen und institutionelle Investoren - damit gibt es von nun an neben Moynihan zwei wichtige Top-Manager, die gemeinsam für ein Vermögen im Wert von 2,26 Billionen Dollar, Einlagen in Höhe von 1,04 Billionen Dollar und alles in allem 280.000 Beschäftige verantwortlich sind.

“Brian ist unter Druck, das Unternehmen ist unter Druck”, sagte Analystin Bush der Nachrichtenagentur Bloomberg und ist mit dieser Einschätzung keineswegs allein. “Moynihan weiß, dass er im Feuer steht”, so etwa auch Greg Donaldson, Chef von Donaldson Capital Management zu Bloomberg.

Kommentare (3)

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kleinfeld

07.09.2011, 11:21 Uhr

Mein Gott, wieviel Milliarden hat den Warren Buffett mit seinem Aktieneinstieg beo der Bank of America vor ein paar Tagen verloren? Es wird ja darüber garnicht mejr berichtet.

NewYorker

07.09.2011, 12:55 Uhr

Eine Nachrichtenagentur berichtete gestern dass bei einem Bank of America Aktienkurs von $ 6.88 ca. 190 Mio. Dollar an Buchverlusten angefallen sind. Einstandskurs ist $ 7.14.

Ohh

07.09.2011, 13:37 Uhr

Hat Buffett schon verkauft??? Nicht? Dann hat er auch keinen Verlust, Du Pappnase!

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