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17.03.2004

08:34 Uhr

Mandat des Top-Managements wird auf drei Jahre ausgeweitet

Generali schafft den Turnaround

VonMarcello Berni (Handelsblatt)

Die nach Prämieneinnahmen viertgrößte Versicherungsgesellschaft in Europa, Assicurazioni Generali, hat im letzten Jahr eine eindrucksvolle Ertragswende hingelegt: Nach einem Verlust von 755 Mill. Euro in 2002, der vor allem durch hohe Abschreibungen auf den Wertpapierbestand zustande gekommen war, hat der weltweit tätige Konzern aus Triest 2003 mit einem Reingewinn von 1,02 Mrd. Euro abgeschlossen.

MAILAND. Das Ergebnis liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt von einem Nettoergebnis von 974 Mill. Euro ausgerechnet hatten. Die gesamten Prämieneinnahmen sind von 46,9 Mrd. Euro auf 49,6 Mrd. Euro gestiegen. Alle wichtigen Ertragsgrößen und Kennziffern zeigen deutlich nach oben.

Fast schon euphorisch kommentierte denn auch der 79-jährige Generali-Präsident Antoine Bernheim die Bilanz: „Das sind ganz exzellente Resultate. Das Management hat damit seine eigenen hoch gesteckten Ziele übertroffen.“ Verantwortlich für das positive Ergebnis sind in erster Linie Effizienzsteigerungen, die sich in einer geradezu dramatischen Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses niedergeschlagen haben. So hat die Assekuranz erstmals seit langem wieder einen Gewinn von 260 Mill. Euro aus der reinen Versicherungstätigkeit – also ohne die Kapitalerträge aus der Anlage der Kundengelder – erwirtschaftet. Im letzten Jahr lag der technische Verlust noch bei 583 Mill. Euro. Daraus folgend ist die in der Branche viel beachtete „combined ratio“ – also Schäden plus Verwaltungskosten gegenüber den Prämien – von 107,9 % auf 103,3 % gesunken. In ihrem Drei-Jahres-Strategieplan hatte Generali für 2003 einen Wert von lediglich 104,2 % angepeilt.

In diesem Strategieplan hatte das Top-Management, dem neben Bernheim die beiden CEO’s Giovanni Perissinotto sowie Sergio Balbinot angehören, eine Konzentration auf das Kerngeschäft angekündigt und eine geographische Neuorientierung mit einem Fokus auf Deutschland, Frankreich sowie die Länder Mittel- und Osteuropas. Bis 2005 sollen 2800 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Führungsspitze diesen Plan auch tatsächlich umsetzen kann, ist seit gestern deutlich gestiegen: Generali teilte nämlich mit, die bislang auf ein Jahr limitierten Mandate künftig auf drei Jahre zu verlängern. Eine entsprechende Änderung des Statuts wird der Verwaltungsrat einer außerordentlichen Hauptversammlung am 24. April unterbreiten. Da sich das Management bislang jährlich von den Aktionären bestätigen lassen musste bzw. abgewählt wurde, galt es bislang stets als schwach und abhängig vom Kontrollaktionär, der Mailänder Investmentbank Mediobanca. Zwischen 1999 und 2002 hatte Mediobanca gleich dreimal den Generali-Präsidenten gestürzt. Nachdem im letzten Frühling der langjährige Mediobanca-Vorstandschef Vincenzo Maranghi durch den früheren Fiat-CEO Gabriele Galateri di Genola ausgewechselt worden ist, hat sich das Verhältnis zwischen dem Mailänder Institut entspannt.

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