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15.01.2014

13:04 Uhr

Manipulationsverdacht

Deutsche Bank suspendiert Devisenhändler

Die Ermittlungen wegen Devisenmarkt-Manipulation gehen weiter: Jetzt hat die Deutsche Bank wohl einen Pesos-Händler suspendiert. Verdächtige E-Mails ließen ihn offenbar auffliegen.

Aufräumarbeiten beim größten deutschen Kreditinstitut: Ein verdächtiger Mitarbeiter der Deutschen Bank wurde wohl suspendiert. Reuters

Aufräumarbeiten beim größten deutschen Kreditinstitut: Ein verdächtiger Mitarbeiter der Deutschen Bank wurde wohl suspendiert.

BerlinDie weltweite Affäre um die Manipulation von Devisenkursen holt die Deutsche Bank nun doch ein. Nach einer internen Untersuchung sind einem Insider zufolge mehrere Händler in New York und womöglich auch anderswo auf dem amerikanischen Kontinent vom Dienst suspendiert worden. Sie stehen offenbar im Verdacht, an Referenzkursen gedreht zu haben. Die Bank habe die „Kommunikation über eine Reihe von Währungen“ untersucht, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete, die Bank habe vorsorglich einen Händler beurlaubt, der mit dem argentinischen Peso gehandelt habe. Noch sei aber unklar, ob sich der Mann tatsächlich etwas habe zuschulden kommen lassen.

Die Deutsche Bank wollte sich nicht zu Einzelfällen äußern. Sie gehört zu den größten Devisenhändlern der Welt. Der Markt ist riesig. Pro Tag werden weltweit Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Eine Sprecherin bestätigte nur, dass die Bank Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten habe, die den Devisenhandel unter die Lupe nehmen. „Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte sie.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin gab sich zugeknöpft: Man habe das Thema seit dem Sommer im Blick und untersuche den Sachverhalt zusammen mit ausländischen Aufsichtsbehörden. „Zum Stand der Untersuchungen oder möglichen Maßnahmen gegenüber einzelnen Instituten kann sich die BaFin nicht äußern“, sagte ein Sprecher. Der oberste BaFin-Bankenaufseher Raimund Röseler, hatte noch im Dezember gesagt, es gebe keine Anhaltspunkte, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen verwickelt seien. Das hat sich offenbar geändert. Der „Welt“ zufolge wurden bei dem Peso-Händler verdächtige E-Mails gefunden, die auf Manipulationsversuche hindeuten könnten.

Aus Angst vor einem weiteren Manipulations-Skandal hatte die Bank ihren Händlern im vergangenen Jahr den Austausch elektronischer Nachrichten mit Mitarbeitern anderer Banken verboten. Über solche „Chatrooms“ werden Milliardensummen bewegt.

Kommentare (2)

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Mazi

15.01.2014, 11:05 Uhr

Die Meldung verwundert!

Die Deutsche Bank wurde von Aufsichtsbehörden angesprochen und sie findet Anhaltspunkte für widriges Verhalten in Emails.

Wer versteht das?

Account gelöscht!

15.01.2014, 11:21 Uhr

Schnell ein paar kleine Bauernopfer finden und das Spielcasino kann weiter gehen.

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