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11.12.2014

08:19 Uhr

Manipulierte Wechselkurse

Deutsche Bank gerät im Devisenskandal unter Druck

Sie sind nicht die einzigen unter Beschuss, doch zusammen mit Barclays steht die Deutsche Bank nun im Fokus der US-Bankenaufsicht: Ein Prüfer soll herausfinden, ob die Bank bewusst Wechselkurse manipuliert hat.

Hat die Deutsche Bank die Wechselkurse verschiedener Währungen bewusst manipuliert? Ein Monitor soll das nun feststellen. ap

Hat die Deutsche Bank die Wechselkurse verschiedener Währungen bewusst manipuliert? Ein Monitor soll das nun feststellen.

BangaloreDie New Yorker Bankenaufsicht prüft einem Insider zufolge, ob die Deutsche Bank auf ihren Handelsplattformen einen Algorithmus zur Manipulation von Devisenkursen eingesetzt hat. Auch bei Barclays werde entsprechend ermittelt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer Person mit direkter Kenntnis von dem Vorgang. Das Department of Financial Services (DFS) habe beim deutschen Geldhaus die Einsetzung eines Beobachters angeordnet, um leichter etwaige Hinweise auf eine Manipulation sammeln zu können. Bei Barclays sei ein solcher Monitor bereits im Einsatz.

Weder die beiden Banken noch die Aufsicht nahmen zu den Angaben Stellung. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin verwies lediglich auf frühere Aussagen, wonach die Bank in Kontakt mit verschiedenen Aufsichtsbehörden stehe, die den Devisenhandel untersuchen. Die Bank arbeite mit den Behörden zusammen.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse wird weltweit gegen zahlreiche Großbanken ermittelt. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin geht entsprechenden Vorwürfen nach.

Von

rtr

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