Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.02.2016

15:42 Uhr

Maple Bank

Lehman-Insolvenzverwalter kümmert sich um Abwicklung

Die Insolvenz der Frankfurter Maple Bank kann nicht mehr abgewendet werden. Nun ist ein Insolvenzverwalter ernannt. Dieser hatte schon währen der Lehman-Pleite Erfahrungen sammeln können.

Die Bank ist über ihre Verwicklung in umstrittene Geschäfte mit Aktien („Cum-Ex”) in den Jahren 2006 bis 2010 gestolpert. dpa

Maple Bank

Die Bank ist über ihre Verwicklung in umstrittene Geschäfte mit Aktien („Cum-Ex”) in den Jahren 2006 bis 2010 gestolpert.

FrankfurtDie Frankfurter Maple Bank ist nicht mehr zu retten. Wenige Tage nachdem die Finanzaufsicht die kleine Investmentbank geschlossen hatte, erklärter sie den Entschädigungsfall, wie die BaFin am Freitag mitteilte. Die Bank könne die maximal 2,6 Milliarden, die ihre überwiegend institutionellen Kunden angelegt haben, nicht mehr zurückzahlen. Deshalb springen nun der gesetzliche Entschädigungsfonds und die Einlagensicherung der Privatbanken ein. Letztere zahlt bis zu 59,8 Millionen Euro pro Kunde. Alle Bemühungen zur Rettung der Maple Bank waren seit dem Wochenende ergebnislos geblieben. Am Donnerstag eröffnete das Amtsgericht Frankfurt auf Antrag der Aufsicht das Insolvenzverfahren.

Mit der Abwicklung der Bank beschäftigt sich ein prominenter Anwalt: Michael Frege, der sich bereits um die deutsche Tochter von Lehman Brothers gekümmert hatte, wurde zum Insolvenzverwalter bestellt, bestätigte seine Kanzlei CMS Hasche Sigle einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Frege hatte Schlagzeilen gemacht, weil er und sein Team für die Bearbeitung des Lehman-Falls einen beträchtlichen dreistelligen Millionenbetrag kassiert hatten.

Millionenverluste durch Cum-Ex-Deals: Ex-Karstadt-Bank Valovis verklagt früheren Vorstandschef

Millionenverluste durch Cum-Ex-Deals

Premium Ex-Karstadt-Bank Valovis verklagt früheren Vorstandschef

Fast 50 Millionen Euro hat die Valovis Bank mit Steuerdeals verloren. Jetzt verklagt das frühere Karstadt-Geldinstitut seinen damaligen Chef. Doch Theodor Knepper wehrt sich.

Die Maple Bank ist über ihre Verwicklung in umstrittene Geschäfte mit Aktien ("Cum-Ex") von 2006 bis 2010 gestolpert. Im Herbst war sie von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Der Fiskus forderte daraufhin eine dreistellige Millionensumme an Steuern zurück, Medienberichten zufolge geht es um 450 Millionen Euro. Das würde das Eigenkapital der Bank aufzehren, sie wäre überschuldet. Als die Wirtschaftsprüfer eine Rückstellung in der Bilanz forderten, trat die BaFin auf den Plan.

Die Bank ist das erste deutsche Geldhaus seit mehr als drei Jahren, das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geschlossen wurde. Mit einer Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro gehört sie zu den kleineren Instituten. Zum ersten Mal Schlagzeilen gemacht hatte die Maple Bank 2008, als sie dem Sportwagenbauer Porsche mit Derivaten half, sich heimlich an den größeren Volkswagen-Konzern heranzuschleichen. Doch die Übernahme scheiterte, und Porsche wurde von Volkswagen geschluckt.

Die 1994 gegründete Maple Bank gehört zur Maple Financial Group im kanadischen Toronto, an der der Pensionsfonds OTPP und die Familie Chan aus Vancouver mit je 29 Prozent beteiligt sind. Die börsennotierte National Bank of Canada hält knapp 25 Prozent. Sie schrieb ihre Beteiligung im Wert von 165 Millionen kanadischen Dollar nach der Schließung komplett ab. Angesichts des drohenden Verlustes hatte sie im Herbst 300 Millionen Dollar frisches Kapital aufgenommen. (

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×