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04.08.2013

16:27 Uhr

Marktmanipulationen

Internationaler Finanzszene droht der nächste Skandal

Ist der Libor-Skandal nur die Spitze des Eisbergs? Banken haben nach Recherchen von US-Behörden auch andere Referenzzinssätze manipuliert, um hohe Gewinne einzustreichen. Im Visier ist auch eine deutsche Bank.

ISDAfix-Manipulation

Finanzbranche droht neuer Skandal

ISDAfix-Manipulation: Finanzbranche droht neuer Skandal

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Ermittlungen der US-Behörden haben Belege dafür erbracht, dass Banken Millionen von Dollar an Handelsgewinnen eingestrichen haben, indem sie einen Benchmark für Zinssatz-Derivate manipulierten – auf Kosten von Unternehmen und Pensionären.

Damit mehren sich die Anzeichen, dass Banken zu ihrem finanziellen Vorteil Referenzsätze an den weltweiten Märkten manipulierten, von Zinssätzen über Währungen bis hin zu Rohstoffen. Die Enthüllungen über die Manipulation des Referenzzinses Libor dürften damit nur die Spitze des Eisbergs sein. Die Libor-Ermittlungen haben bislang zu Strafen im Umfang von rund 2,5 Milliarden Dollar gegen Barclays, UBS und die Royal Bank of Scotland geführt.

Aus aufgezeichneten Telefongesprächen und E-Mails, die von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) überprüft wurden, ging hervor, das Händler von Wall-Street-Banken die Broker bei ICAP in New Jersey anwiesen, Zins-Swaps zu kaufen oder zu verkaufen, um den Referenzsatz ISDAfix auf ein vorher bestimmtes Niveau zu bringen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg News unter Berufung auf Informationen von einer mit den Vorgängen vertrauten Person. ISDAfix ist eine Referenzkennzahl für Zinssätze im Interbankenhandel auf Basis von Swap-Sätzen.

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Wenn Banker in gravierender Weise gegen das Gesetz verstoßen haben, sollen sie ins Gefängnis. Das fordert ein Mitglied der US-Marktaufsicht. Auch die Geldstrafen für Einzelne und Firmen sollen drastisch angehoben werden.

ICAP ist der größte Broker von Zins-Swaps zwischen Banken. Die Firma erhält Kommissionen, basierend auf dem Volumen der zustande kommenden Transaktionen. Die Zins-Swap-Abteilung von ICAP in Jersey City trägt informierten Kreisen zufolge den Spitznamen „Schatzinsel“ wegen der hohen Kommissionen.

Durch die Manipulation von ISDAfix konnten die Banken von separaten Derivategeschäften mit Kunden profitieren, die sich gegen Veränderungen bei Zinssätzen absichern wollten. Die ISDAfix-Sätze bestimmen die Preise für die Zins-Swaps, die Vermögensverwalter vom California Public Employees' Retirement System bis zu Pacific Investment Management Co. verwenden, wie weiter verlautete.

Die Praxis dürfte gegen das Dodd-Frank-Gesetz zur Finanzmarktreform aus dem Jahr 2010 verstoßen. Darin wird Händlern untersagt, absichtlich in die geordnete Ausführung von Transaktionen zur Festlegung von Settlement-Preisen einzugreifen. Bloomberg News hatte erstmals im April über die Manipulation von ISDFAfix-Quoten berichtet.

Kommentare (29)

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Eurowahn

04.08.2013, 17:18 Uhr

Jede Woche fast eine neue Schweinerei, in der die Banken verwickelt sind. Nach unzähligen Skandalen zuvor - siehe LIBOR-SKANDAL !! Was passiert ??? Nichts . Werden die Banken ertappt, geloben Sie vollmundig Besserung und erarbeiten einen Varhaltenskodex und beteuern, dass so etwas nie wieder vorkommen wird. Ein Verhaltendkodex, an dem sich jedoch keiner hält. Was haben uns die Politiker nicht alles nach Ausbruch der Finanzkrise 2008 versprochen, die Banken zu zügeln, die Verursacher der Krise müssen zur Rechenschaft gezogen werden etc. NICHTS IST PASSIERZT. Kein Banker wurde verurteilt oder sitzt in Haft, Die Boni der Banker in den USA sind heute höher als vor der Krise !!! Finanztransaktionssteuer - FEHLANZEIGE !! Die Politiker sollten einen Bankensoli einführen. Goldman-Sachs hat seinen Gewinn verdoppelt dieses Jahr. Menschen geraten unverschuldet in Arbeistlosigkeit und Not und die Banker schreiben Rekordgewinne. Ohne einen Cent für die Finanzkrise zu zahlen !! Die verlogenen Politiker hier von CDU, SPD, FDP und Grünen müssen abgewählt werden !!

Deutscher

04.08.2013, 17:25 Uhr

Bei 25% Renditeerwartung ist es kein Wunder dass da Manipuliert wurde. Das wurde von ganz oben angeordnet und betrieben. Nicht nur die Deutsche Bank auch viele andere müssen daran beteiligt gewesen sein. Und was machte die NSA. Hat sie das gewusst?
Hat sie es weitergeleitet?
Nun bleibt mir nur noch zu fragen Hat es der Präsident gewusst?

neunundneunzigprozent

04.08.2013, 17:27 Uhr

Also wenn Mann das alles hört,dann frage ich nicht allen ernstes,warum die verantwortlichen noch nicht in Untersuchungshaft sind.Jeden popligen Steuersünder wird das Konto gesperrt,bei wohlgemerkt Verdacht kleiner Firmen wird alles beschlagnahmt.Wenn wieder die deutsche Bank dabei warum wird Herr Ackermann der die ganzen Jahre der Sch... zugestimmt und mit Mutti Geburtstag gefeiert hat,nicht vorgeladen.Wenn die von uns Gewählten nicht bald zur hat schreiten und diesen ganzen Siff nebst den permaneten Abhören ein Ende bereiten,müssen wohl die Bürger die für all den Sch... bürgen zur Tat schreiten.Meine erste Tat,wird zu der ganzen Alternativlosikeit bei der Wahl eine Alternative sein und diesen Abnicker und Banken zu Kreuze Kriecher Einheitsbrei CDU/SPD/FDP/GRÜNE abwählen!!!!!!!!!!

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